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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 2 Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas
 up 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 up 2.1.1 Reliefbildende Prozesse
 up 2.1.1.3 Fluviatile Reliefformung

2.1.1.3.2 Mäander und Verzweigter Abfluß

Bis auf wenige Ausnahmen haben fließende Gewässer keinen völlig geraden Abflussverlauf.. In frei fließenden Wassermassen pendelt der Stromstrichs, die Linie der schnellsten Fließgeschwindigkeit. Die Folge sind Auskolkungen und Sand- und Kiesanreicherungen. Infolgedessen werden aus geraden Fließstrecken windungsreiche Gewässer mit Prall- und Gleithängen. Eine Abfolge dieser Windungen nennt man Mäander (benannt nach dem Fluss Menderes in Kleinasien).

Bei der Mäanderbildung konzentriert sich der Abfluss auf ein einziges Flussbett. Im Unterschied dazu steht der verwilderndeoder verzweigte Abfluss. Bei diesem fließt das Wasser zwischen vielen, sich laufend verändernden Sand-, Kies- und Schuttbänken in einer Vielzahl von Armen ab. Beide Vorgänge und Formen finden man weitgehend in Aufschüttungsgebieten eines Flusssystems.

Bei den großen Tieflandflüssen (Amazonas, Rio Negro, etc.) bilden auf großen Aufschüttungsebenen und unzählige freie Mäander. Der Fluss fließt dort zum Teil entgegengesetzt der Hauptfließrichtung.. Bei geringem Gefälle kann der Fluss nicht mehr in die Tiefe erodieren, er wird sozusagen zur Laterialerosion (Seitenerosion) gezwungen. Dort ist auch zu beobachten, dass kontinuierliche Unterschneidungen der Ufer an Prallhängen und Sedimentation an Gleithängen zu einem weiteren Aushöhlen der Schwingungen führt. Als Folge berühren sich zwei aufeinanderfolgende Bögen, und der Mäanderhals wird durchbrochen. Der Fluss nimmt dabei also einen Abschneider, verkürzt seinen Lauf und bildet unzählige Altarme und Stillgewässer.

Talmäander, auch als eingesenkte bzw. gebundene Mäander bezeichnet, beschreiben Windungen, die in ein Bergland eingeschnitten wurden. Ihre Entstehung geht nicht nur, wie bei freien Mäandern, auf Seitenerosion zurück, sondern auch auf gleichzeitige Tiefenerosion, oft auch ausgelöst durch Hebung des Gebietes bei gleichzeitiger Einschneidung des Tales. Am Innenbogen einer Schlinge entsteht ein Anlandungsstreifen (Gleithang), während der Außenhang immer mehr ausgekolkt und erodiert wird. Analog zu freien Mäandern kann es auch in diesem Fall, wenn sich zwei Schlingen berühren der Fluss durchbricht, zur Abschnürung einer Schlinge kommen. Umlaufberge heißen die dann entstandenen Inseln zwischen dem abgegschnürten Altarm und dem neuem Flussbett.

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