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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.2 Aufbau der Erde
 up 1.2.1 Tektonische Bewegungen

1.2.1.1 Tektogenetische Prozesse

Tektogenetische Bewegungen bewirken durch seitliche Einengung Faltungen und Überschiebungen, andererseits durch seitliche Ausdehung, bzw, vertikalem Versatz Klüftungen, Verwerfungen und Grabenbildungen.Von grundlegender Bedeutung für das heutige Verständnis der tektonischen Aktivität der Erde war die Entwicklung der Theorie der Plattentektonik.

Im Sinne der Tektonik als morphogenetisch bezeichnete Bewegungen verändern die Gestalt der Kruste entscheidend durch vertikale Verstellungen und sind Grundlage für die Heraushebung der Hochgebirge, der sog. Orogenese. Nur durch diese Art tektonischer Bewegungen steigen die von tektogenetischen Bewegungen deformierten Gesteine zu morphologisch sichtbaren Gebirgen auf. Sie werden im Allgemeinen von tekonischen Brüchen seitlich begrenzt.

Die vertikale Verstellung kann bis über 20 mm im Jahr betragen. Bereiche mit steilem, jungem Relief, wie z. B. der gesamte andine Bereich, gehören zu morphogenetisch sehr aktiven Zonen und sind durch Erdbeben und Vulkanismus gekennzeichnet.

Epirogenetische Prozesse sind weitgespannte vertikale Krustenbewegungen, durch die das innere Gesteinsgefüge nicht verändert wird, im Gegensatz zu den beiden anderen Grundprozessen der tektonischen Bewegung. Es handelt sich um umkehrbare, oft isostatische Ausgleichsbewegungen, die nicht zuletzt die Verteilung von Land und Meer beeinflussen.(Unter "Isostasie" wird die Tendenz der Erde zum Gewichtausgleich verstanden. Abtragungen, aber z.B. auch das Abschmelzen von Gletschern, verändern das Gewicht der im Unterschied zum Erdmantel leichteren Erdkruste. Wird diese also noch leichter, wird sie gehoben und somit der Erdmantel unter der Erdkruste mächtiger.)

Absinkende Gebiete unterliegen einer Transgression des Meeres, d.h. Meeresufer werden überflutet.

Gehobene Bereiche rufen eine Meeresregression (Rückzug) hervor, Teile des Schelfes tauchen auf.

So überführen epirogenetische Bewegungen Abtragungsbreiche in weite Sedimentationsbecken und umgekehrt.

Die weitgespannten Verbiegungen von Tafelbereichen, durch Epirogenese hervorgerufen, lassen die Entstehung von großen Gewölben (Anteklisen) und Becken (Syneklisen) zu.

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