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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.2 Aufbau der Erde
 up 1.2.1 Tektonische Bewegungen
 up 1.2.1.2 Erdbeben

1.2.1.2.1 Aufzeichnung von Erdbeben

In etwa 90% aller Erdbeben handelt es sich um tektonische Beben. Diese beruhen auf Spannungen zwischen zwei aneinander entlanggleitenden Bruchflächen. Bei sprödem Materialverhalten, was im Falle der Erdkruste in der Regel der Fall ist, muss die bei der Bruchausbildung freiwerdende potentielle Energie größer sein, als es für eine Bruchbildung notwendig wäre. Dieser Überschuss führt zur beschleunigten Bruchausbreitung und zur Entsendung seismischer Wellen.

Weitere Ursachen können Auswirkungen und Folge von Vulkanausbrüchen sein (7% aller Beben) oder aber auch Einsturzbeben (lokale Bedeutung, wie etwa der Einsturz von Höhlen oder Hohlräumen im Untergrund).

Man kann drei verschiedene Arten von seismischen Wellen unterscheiden:

  • Longitudinal- oder Kompressionswellen bringen Teilchen parallel zur Ausbreitungsrichtung der Wellen zum Schwingen. Diese Wellen breiten sich daher schnell aus
  • Transversal- oder Scherwellen bringen Teilchen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der Wellen zum Schwingen und sind etwa um die Hälfte langsamer als Longitudinalwellen.
  • Oberflächenwellen, die sich an der Erdoberfläche ausbreiten sind am langsamsten.
In dieser Reihenfolge treffen die genannten Wellen auch bei einem seismologischen Observatorium ein. Da die Gesteine die Wellen unterschiedlich schnell weiterleiten, gibt die Ausbreitungsgeschwindigkeit Aufschluss über den Bau des Erdinneren, aber auch über die Ursache von Beben.

Die Stärke von Erdbeben wird aus der spektralen Amplitudendichte der registrierten Wellen berechnet. Das Stärkemaß ist das seismische Moment M (Magnitude), das aus dem maximalen Ausschlag der eines Seismographen hervorgeht. Durch Werte mehrerer Messstationen lässt sich das Epizentrum, also das Erdbebenzentrum, ermitteln. Dieses liegt direkt über dem Hyperzentrum, dem eigentlichen Erdbebenherd im Erdinneren.

Die im Epizentrum nachgewiesene Magnitude wird nach der nach oben offenen, logarithmisch aufgebauten C.-F. Richter Skala erfasst.

Eine weitere Möglichkeit ist der Erfassung der Stärke der Erdbeben ist das Wirken auf die menschliche Wahrnehmung und beruht auf einer Intensitätsskala, die von A. Mercalli entworfen wurde.

Alle stärkeren Erdbeben werden von schwächeren Vorbeben eingeleitet, wobei der zeitliche Abstand zum Hauptbeben so knapp ist, dass eine rechtzeitige Warnung derzeit noch nicht möglich ist. In weiterer Folge kommt es häufig zu umfangreichen Nachbeben, deren Intensität noch sehr hoch ausfallen kann. Sie stellen wichtige Informationsquellen zur Erdbebenforschung dar.

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