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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 4 Klimatologie, oder: Klimatische Grundstrukturen und -prozesse in Lateinamerika

4.3 Effektive Klimatologie - Klimatologische Zonierung Lateinamerikas nach KÖPPEN

Von den zahlreichen effektiven Klimaklassifikationen zählt diejenige von Wladimir Köppen zu den verständlichsten. Sie wurde erstmals bereits 1918 entworfen und später mehrfach ausgebaut und von seinen Schülern R. Geiger und W. Pohl verbessert und neu kartiert. Köppens Ziel war es, Klimagrenzen zu bestimmen, die annähernd mit den Grenzen wesentlicher Vegetationstypen übereinstimmen. Obwohl dies vielleicht nicht in allen Fällen detailgenau gelang und auch manchen Abgrenzungen zu diskutieren sind (wie etwa die Abgrenzung der Tropen in der Höhe), wird das System wegen des einfachen Aufbaus und der auf integrativ-phänomenologischen, die Vegetation als Klimaindikator und Korrektiv benutzenden Erkenntnisgewinnung bis heute geschätzt. Es war das erste System, das nach einer formelmäßigen Buchstabenkennzeichnung von Klimatypen von einfach zu erkundenden Mittel- und Andauerwerten vorging. Es wurde dadurch die Möglichkeit geschaffen, klimatische Gemeinsamkeiten auf der Erde zu erkennen und Vergleiche anzustellen. Dennoch darf man sich von der klaren Karten Köppens nicht täuschen lassen: Die dort angegebenen Linien sind in der Natur keine scharfen Grenzen, sondern bilden im Idealfall die Mittellinie von Grenzsäumen.

Die Vorteile dieser Klimaklassifikation:

Jedes Klima wird entsprechend seiner mittleren Monats-, bzw. Jahreswerte der Temperatur und des Niederschlags definiert, im Vergleich mit bestimmten Schwellenwerten der jeweiligen Größen.

Jede Klimastation kann auf Basis ihrer Temperatur- und Niederschlagswerte ihrer Klimagruppe und Untergruppe zugeordnet werden – also aufgrund jener Größen, die am einfachsten zu messen sind und auf den meisten Stationen in einer ausreichenden Zeitreihe vorhanden sind.

Um das System von Köppen anzuwenden, ist es nicht nötig, die komplexen Klimaprozesse zu verstehen, auch wenn dies nicht der Fall ist, können die Klimaverhältnisse eines jeden Ortes auf der Welt anhand der Köppenschen Karte ermittelt werden.

Kein effektives Klimasystem kann jedoch alle Phänomene der Erde hinreichend charakterisieren. Gerade in Lateinamerika gibt es zahlreiche Gebiete, die durch keine der bekannten Klassifikationen hinreichend beschrieben werden. Dazu gehören die Nebelwüste der Atacama ebenso wie etwa die Sonderheiten der klimatischen Höhenstufen der Kordilleren.

 down 4.3.1 Charakterisierung der Haupttypen
 down 4.3.2 Klimatologische Zonierung nach Köppen - Die Karte
 down 4.3.3 Klimakarte nach Köppen mit Meeresströmungen
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