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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.3 Regionale Geologie
 up 1.3.1 Geologischer Aufbau Südamerikas
 up 1.3.1.4 Die Lagerstätten in Südamerika
 up 1.3.1.4.2 In den Anden

1.3.1.4.2.2 Salpeter und Guano

Salar de Atacama

Eine einzigartige Menge von Nitraten ist in der nordchilenischen Wüste zu finden. In den abflusslosen Beckenzwischen Küsten- und Hochkordillere bildeten sich die großen Salpeterfelder. Der abbauwürdige Bereich ist etwa 700 km lang und bis zu 100 km breit. Die Entstehung war Jahrzehnte lang unklar. Fest steht, dass ihre Entstehung auf kapillaren Wasseraufstieg und Krustenbildungen im Quartär zurückgeht. Durch das extrem aride Klima und die fehlende Vegetation wurden die Nitrate nicht zerstört. Es konnte sich eine Salz-Zementkruste bilden, auch unter Einfluss starker luftelektrischer Felder. Mit der Bildung dürften auch die riesigen Vulkangebiete der Hochkordillere zu tun haben, die ausgelaugt wurden und den größten Teil der Salze lieferten. Vulkanische Aschen und Thermalwässer gelangten direkt in die Senken. Die Konzentration der abbauwürdigen Nitratsalze ("caliche") liegt bei 7 bis 15 %. Neben Nitrat findet man hier ein reiches Vorkommen an Boraten, Jodaten und Chromaten.

In den ariden Gebieten zwischen Südperu und Nordwestargentinien entstanden seit dem jüngerem Tertiär gewaltige Salare, die erst seit kurzem systematisch erforscht werden. Borate, Jod und vor allem Steinsalz wird hier schon seit langem gewonnen. Größere Bedeutung erlangt auch der Abbau von Lithium, das im Salar de Atacama die weltweit größte Lagerstätte bildet, heute, im Zeichen der Lithiumbatterien ein unschätzbarer Wert für Chile.

Ein fast vergessener Wüstenrohstoff ist der Guano - eigentlich schlicht und einfach Vogelmist. Vor der Zeit des Kunstdüngers war Guano wegen ihres hohen Gehaltes an organischem Stickstoff gefragt. Mit der Verbreitung der ökologischen Landwirtschaft ist der natürliche Dünger wieder in Mode. Nur das Wüstenklima ermöglicht eine abbauwürdige Anreicherung von Guano, weil der Vogelmist vom Regen nicht gelöst wird. Auslöser für den Vogelreichtum sind die kalten Auftriebswässer an der Westseite Südamerikas. Die der Nebelwüste der Atacama vorgelagerten Küstengebiete, Halbinseln und Inseln sind dadurch sehr fischreich und bieten den Vögeln reiche Nahrung. Die Öde der Landschaft und das für den Menschen ungünstige Klima schützte die Nistplätze vor anthropogenen Einflüssen. Auf vielen Inseln haben sich in Jahrmillionen, seit dem Pliozän, über 50 m mächtige Vogelmistschichten gebildet. Ihr mitterer Gehalt an P2O5 beträgt zwischen 12 und 20 %. Reiche Guanolager finden man an kleinen Vorbergen, Schluchten und Hügeln vor der Küsten, oder auf marinen Terrassen, wo sie durch jüngere Sedimente vor Abtragung geschützt waren.

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