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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.3 Regionale Geologie
 up 1.3.1 Geologischer Aufbau Südamerikas
 up 1.3.1.4 Die Lagerstätten in Südamerika
 up 1.3.1.4.1 Ausserandine Lagerstätten

1.3.1.4.1.1 Eisen

Zwischen 2800 Mio. und 1600 Mio. Jahren entstanden in allen Kratonen der Erde gebänderte Eisen-Quarz-Formationen. Die heutige Eisen- und Stahlproduktion beruht in hohem Maße auf Lagestätten dieser Art. Weltweit wird für diese Serien der Begriff Itabirite verwendet, nach dem gleichnamigen Pico de Itabira im Eisernen Viereck im Staat Minas Gerais.

Zunächst dürften sich auf einem uralten archaischen Schild sich ein tektonisch ruhiges Becken gebildet haben, in das gleichmäßig in rhythmischer Schichtung chemische Flachwassersedimente abgesetzt wurden. Woher das Eisen in dieser Konzentration kommt war lange Zeit umstritten. Eisen und Kieselsäure wurden zum Großteil durch Verwitterungsvorgänge in die Becken transportiert. Es dürften auch vulkanische Aktivitäten eine Rolle gespielt haben. nach deren Ablagerung wurden die eisenhaltigen Sedimente verfestigt und mehrfach metamorphisiert. Umkristallisation und Teilaufschmelzung (Metasomatose) führten zur Anreicherung von Eisen und Abfuhr von Kieselsäure.

Itabirite bestehen im Normalfall aus 30 und 50% Eisen und weisen eine feine Schichtung als Zeichen jahreszeitlicher Biorhythmik von Bakterien auf. Erst sekundäre Anreicherung von Eisen durch tropische Verwitterungsprozesse oder durch Metamorphose ließen Reicherzkörper mit bis zu 63 % Eisengehalt entstehen.

Die größten Itabiritvorkommen Südamerikas liegen

  • im Eisernen Viereck ("Quadrilátero Ferrífero"), Minas Gerais: bereits Anfang des vorigen Jahrunderts wurden diese Reicherzlagerstätten erforscht. Mit etwa 80 Lagerstätten und Vorräten von über 10 Mrd. t hochwertigen Erzes ist es eines der größten Vorkommen der Erde! Inmitten von uralten, mächtigen präkambrischen Serien ragt der Pico de Itabira mit 1586 m nadelförmig als Wahrzeichen des Eisernen Vierecks aus der Landschaft heraus.
  • in der Serra do Carajás: Erst 1967 entdeckte man im nördlichen Bereich des brasilianischen Schildes zwischen dem Rio Xingú und dem Rio Araguaia, ein riesiges Vorkommen an Itabiriten. Von dichtem Urwald umgeben konnte man bis vor wenigen Jahren das Gebiet nur in kleinen Booten oder auf dem Luftweg erreichen. Das 120.000 km² große Gebiet ist vermutlich das erzreichste Gebiet Brasiliens - neben Eisen wurde Mangan, Nickel, Zinn, Bauxit und Gold gefunden. Es dauerte nicht lange bis 1980 etwa 20.000 "garimpeiros" - Goldwäscher - hier ihr Glück versuchten. Das Gebiet enthält ein geschätztes Vorkommen von 19 Mrd. t. Eisen (!) mit einer Konzentration im Gestein von bis zu 69 %.
  • Sierra de Imataca /Venezuela: liegt südlich des Río Orinocco unweit dessen Mündung in den Atlantik, am Nordostrand des Kratons von Guayana, NNE-SSW streichend. Die Erzprovinz, seit 1946 erschlossen, umfasst etwa 90.000 km² mit einem Vorrat an 4 Mrd. t Reicherz und ist somit die drittgrößte in Südamerika. Diese Region ist auch dadurch bekannt, dass dort die ältesten Gesteine Südamerikas mit 3,6 Mrd. Jahren datiert wurden. Die Eisenlagen bestanden dort ursprünglich aus 40-60 % Magnetit, der Rest aus Quarz. Erst lateritische Verwitterung ermöglichte die Anreicherung eines Reicherzkörpers bis zu 69 % auf einer alten, bis zu 800 m mächtigen Verwitterungsfläche.
  • Weitere Vorkommen entdeckte man im schwer zugänglichen Urwald von Französisch-Guayana, wo auf Tafelbergen bis zu 40 m tief verwittert sind und dadruch sekundäre Reicherzkörper enthalten.

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