Viel großflächiger als die Kontaktmetamorphose spielt sich die Regionalmetamorphose ab. Wenn im Laufe langer Sedimentationsprozesse die unterlagernden Schichten unter den Einfluß steigender Temperaturen und wachsenden Druckes kommen, sind die Voraussetzungen der Metamorphose erfüllt und die Gesteine werden umgewandelt (= metamorphisiert).
Sehr früh wurde eine Zonen-Gliederung durchgeführt (GRUBENMANN & NIGGLI, 1924). Man stellte die Intensitätsabhängigkeit der Metamorphose vom Absinkungsgradienten fest. D.h.: Je tiefer ein Gesteinspaket absinkt, desto intensiver ist die Metamorphose. In der Epizone herrschen noch relativ niedrige Temperaturen, daher ist die Umwandlung noch relativ gering. Es ist daher das Korn sehr fein, und wasserhaltige Silikate herrschen vor. Die Zerscherung der Gesteine (parallele Ausrichtung) dominiert gegenüber der Rekristallisierung. In der Katazone erfolgt bei höheren Temperaturen und größerem Druck die totale Umkristallisation der Gesteine. Die Parallelanordnung tritt gegenüber einer grobkörnigen Struktur zurück. Dazwischen liegt die Mesozone, die durch Mineralbänder und girlandenförmige Bänderung (sog. gequältes Gestein) gekennzeichnet ist.
Druck und Temperatur verhalten sich in der Erdrinde aber keinesfalls parallel. Starke Aufheizung und Durchbewegung können die Metamorphose bis nahe an die Oberfläche tragen, in tektonisch ruhigen Schollen kann die Umwandlung auch in großen Tiefen nicht über die Diagenese hinausgehen. Tiefenzonen lasen sich deshalb nicht allgemein festlegen. |