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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.2 Aufbau der Erde
 up 1.2.2 Minerale und Gesteine
 up 1.2.2.3 Sedimentgesteine

1.2.2.3.4 Biogene Sedimente

Biogene Sedimente entstehen als Ergebnis biologischer Prozesse.

Man unterscheidet:

Organische Sedimente, die aus Ablagerungen tierischer (z.B. Schill, ein leicht verfestigter Muschelkalk), bzw. pflanzlicher Substanz (z.B. Braunkohle) bestehen.

Organogene Sedimente, die Produkte von Lebensvorgängen sind (z.B. Korallenriffkalke).

Biogene Sedimente werden aus Bauten von Riffbildnern (Korallen, Schwämmen, Algen, Moostierchen), bzw. aus Schalen, Skelettresten und Bruchstücken von Organismen aufgebaut. Es entsteht Riffkalk, Schalenkalk, Muschelkalk, Schneckenkalk, oder dgl.

Eine andere Gruppe aus biogenen Sedimenten sind die kieseligen Sedimente. Das bekannteste Beispiel ist der Feuerstein oder Flint, der aus amorpher Kieselsäure aufgebaut wird. Sie entsteht einerseits anorganisch, als Verwitterungsrückstand kieselsäurehältiger Gesteine, andererseits organisch, aus Rückständen von Kieselschwämmen und Seeigeln. Die Organismen entzogen dem Meerwasser Kieselsäure zum Aufbau ihres Skeletts. Im Laufe der Erdgeschichte kam es häufig zur Bildung von Feuersteinen oder, beim Auftreten von Radiolarien (Einzellern mit Kieselsäureschalen) von Radiolariten.

Die wichtigsten organischen Sedimente sind Kohle und Erdöl.

Kohlen entstehen durch Akkumulation unvollständig zersetzter Pflanzenteile. Man unterscheidet verschiedene Kohlenarten nach dem Grad der Umwandlung (man nennt den Vorgang der Kohlenumwandlung Inkohlung) der pflanzlichen Überreste:

  • Torf
  • Braunkohle (bis hierher Diagenese)
  • Steinkohle (ab hier Metamorphose)
  • Anthrazit.

Die Inkohlung vollzieht sich unter Sedimentbedeckung. Steigender Druck und Temperatur führen zur Konzentration an organischem Kohlenstoff und zur Abnahme des Gehaltes an Wasser, Kohlenwasserstoff und Stickstoff.

Erdöl entsteht durch die biogene Bildung mariner planktonischer Organismen. Diese Reste unterlagen in sauerstoffarmer Umgebung der Fäulnis. Es entsteht Faulschlamm, der sogenannte Sapropel. Das bei der Fäulnis entstehende Sumpfgas kann sich unter günstigen Umständen zu Erdgaslagerstätten anreichern, oder sie entweichen in die Erdatmosphäre. Im Unterschied zur Kohle, wo der Fundort auch immer der Entstehungsort ist, sind Erdöl und Erdgas mobil. Sehr häufig entspricht daher das Erdölmuttergestein gar nicht dem Erdölträgergestein, aus dem der wertvolle Rohstoff gewonnen wird.

Dennoch sind die Entstehungsregionen von Kohle und Erdöl/-gas miteinander verwandt. Es sind bei Kohle immer und bei Erdöl häufig die Vorsenken der Gebirge.

Die Kohlelagerstätten Lateinamerikas (Kolumbien, Chile) liefern Steinkohle aus karbonen Lagerstätten, in Chile wurde den Flözen bis zur Aufgabe der Förderung sogar in submarinen Stollen nachgespürt. Auch die Erdöllagerstätten Lateinamerikas (Mexiko, Venezuela, Peru, Ecuador, Chile, Argentinien) sind großenteils an die Entstehung in subandinen Vorsenken gebunden, auch wenn sie heute teils weit davon entfernt und in Mexiko und Argentinien sogar "off-shore" abgebaut werden.

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