Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.3 Regionale Geologie
 up 1.3.1 Geologischer Aufbau Südamerikas
 up 1.3.1.3 Die Anden - ein kurzer Überbilck

1.3.1.3.1 Die Anden im Lichte der Plattentektonik

Die Entwicklung des geodynamischen Modells der Plattentektonik war entscheidend für die Erforschung der Anden. Die Anden liegen an einem aktiven Kontinentalrand, einer tektonisch unruhigen Plattengrenze. Die schwere pazifische "Nazca"-Platte (Dichte etwa 3,26 g/cm³) geht von der Spreizungszone des Ostpazifischen Rückens aus und subduziert unter die leichtere Platte Südamerikas (Dichte: 2,8-2,9 g/cm³). Die Subduktionszone zwischen der Nazca-Platte und der süamerikanischen Kontinetalplattform gehört zu den längsten der Erde.

Durch gravimetrische und seismische Messungen wurde in den zentralen Teilen der Anden eine Krustendicke bis zu 70 km festgestellt. Dadurch bedingte junge morphogenetisch-tektonische Bewegungen ließen die Anden zu ihrer heutigen Form als Hochgebirge herausheben.

Die Subduktionszone ist ident mit den Erdbebenhypozentren. Die Hypozentren liegen im Küstenbereich flach, weiter im Osten tief unter dem Kontinent. Auch das Einfallen der ozeanischen Platte ist nicht einheitlich und wechselt zwischen 10 und 45°. In Segmenten mit flacherem Einfallen fehlt an der Oberfläche junge vulkanische Tätigkeit.

Die Subduktion ist von heftigen Erdbeben begleitet, entstanden durch Scherspannungen der kühlen, abtauchenden Nazca-Platte und durch Umwandlung der Gesteine in größerer Tiefe.

Ein weiteres Merkmal für die Kollision der Lithosphärenplatten ist ein dem Kontinent vorgelagerte Tiefseesenke mit Tiefen bis über 8000m. Im Bereich dieses Tiefseegrabens werden nicht nur Teile der ozeanischen Kruste verschluckt, sondern es werden auch Sedimente und alte Krustenteile abgeschert und entlang der Benioffzone in die Subduktion mit einbezogen.

Vulkanismus und die zahlreichen Plutone im Bereich der Anden werden ebenfalls mit den Subduktionsvorgängen in Verbindung gebracht. Durch die Wiederaufschmelzung der ozeanischen Kruste wird Wärme frei, Magmen werden mobilisiert. Über einen kompexen Aufstiegsvorgang der Magmamassen, bei dem es zur Aufschmelzung und Vermischung des Magmas mit Teilen der kontinentalen Kruste kommt, werden schließlich die Andesit-Vulkanitkomplexe extruiert.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"