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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1.3.1 Geologischer Aufbau Südamerikas
 up 1.3.1.3 Die Anden - ein kurzer Überbilck

1.3.1.3.7 Karibisches Küstengebirge

Es ist weniger die Höhe die Besonderheit am Karibischen Küstengebirges, die höchsten Höhen werden in der Nähe von Caracas mit 2800 m erreicht, sondern der geologische Aufbau und die Morphologie. Es dominieren hochmetamorphe Gesteine der Kreide und des älteren Mesozoikums. Tektonische Deformationen mit Deckenstrukturen und Flyschserien spielen eine große Rolle. Für die Entstehung des Orogens muss man komplizierte plattentektonsiche Modelle zwischen der karibischen und südamerikanischen Platte. Bei jüngeren Forschungen entdeckte man umfangreiche basisce und ultrabasische Körper in Verbindung mit Tiefseesedimenten. Man nimmt an, dass ozeansiche Krustenteile am Aufbau des Gebirges beteiligt sind, in einzelnen tektonischen Teilen sind sogar eine Anzahl von Unterkrusten und Mantelgesteine zu finden, was für intensive Subduktionsprozesse zwischen einer ozeanischen und kontinentalen Kruste spricht.

Man kann das gesamte Orogen in vier Teile untergliedern:

  • Die Cordillera de la Costa wird von hochmetamorphen Gesteinen des vormesozoischen Sockels aufgebaut, von Gesteinen des Jura und der Kreide, in die konkordant Linsen von Eklogit, Amphibolit und Serpentinit eingeschaltet sind. In diese Serien intruierten junge, 70-80 Mill. Jahre alte Granit- und Grandioritplutone. Sie wird nach Süden von scharfen tektonsichen Störungen begrenzt.
  • Weiter nach Süden folgt der Bereich Caucagua - El Tinaco, der von Vulkaniten und Sedimentgesteinen der Kreide aufgebaut wird und nur schwach metamorphisiert sind. Hier liegt auch der paläozoische Plutonkomplex El Tinaco. In diese Serien sind immer wieder allochtone Metamorphite der Kreide und des Alttertiärs eingeschaltet.
  • Ostlich schließt der schmale Bereich von Paracotos an, der aus Kalken, Konglomeraten und Vulkaniten aufgebaut wird, eingebettet in einer phyllitischen Grundmasse. An den begrenzenden Störungen treten Serpentinite und Gabbrokörper auf.
  • Nach Süden hin schließt der Bereich von Villa de Cura an, einem allochtonen Block, der auf andere Strukturen aufgeschoben wurde. Er besteht aus Metabasalten und vulkanischen Tuffen. Phyllite sind ebenso zu finden, wie Eklogite und Chloritschiefer.
Den Abschluss bilden die alttertiären Flyschserien der Zone von Piemontina, die tektonisch stark verformt sind, und auf die kontinentalen Sedimente der Llanos aufgeschoben wurden.

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