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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.3 Regionale Geologie
 up 1.3.1 Geologischer Aufbau Südamerikas
 up 1.3.1.2 Der sedimentäre Oberbau
 up 1.3.1.2.1 Epikontinentale Becken

1.3.1.2.1.1 Das Amazonas-Becken

Das Amazonasbecken misst 3500 km in seiner W-E Ausdehnung und ist zwischen 300 und 1000 km breit. Ein Großteil ist von tropischen Regenwald bedeckt und wird vom Rio Amazonas durchflossen. Innerhalb es Beckens ist die Reliefenergie gering, nur im westlichen Abschnitt werden Höhen über 200 m erreicht. Von der peruanischen Stadt Iquitos bis zur Mündung muss der riesige Strom auf einer Länge von mehr als 3500 km lediglich 100 Höhenmeter überwinden.

Das Becken kann man in drei Abschnitte unterteilen:

  • Das Obere Amazonasbecken wird im Westen von den Anden bergrenzt und reicht bis zum Zusammenfluss des Río Negro mit dem Río Solimoes bei Manaus zum eigentlichen Amazonas. Dieses Gebiet gehörte nur im Oberkarbon vorübergehend zu dem paläozoischen Sedimentationsraum des Amazonas-Beckens.
  • Im Mittleren Amazonas-Becken, von Manaus bis zur Mündung des Río Xingu, verschmälert sich das Tiefland und wird im Norden und Süden von den paläozoischen Serien bedrängt. Alle Nebenflüsse müssen ihre gewaltigen Wassermassen relativ schnell von größeren Höhen in das Amazonas-Becken transportieren, meist mit Stromschnellen oder Wasserfällen.
  • Das Untere Amazonas-Becken ist dem Mündungsgebiet gleichzusetzten. Das Becken erweitert sich zu einem riesigen Ästuar, der Fluss teilt sich in verschedene Arme auf und umfließt die Insel Marajó.
Im Inneren wird das Becken seit dem Paläozoikum durch drei quer verlaufende Schwellen untergliedert:

  • Die Iquitos-Schwelle verläuft östlich der gleichnamigen Stadt und trennt das Teilbecken Acre vom Oberlauf ab
  • Die Purús-Schwelle trennt das Obere vom Mittlere Amazonas-Becken bei Manaus ab und liegt etwa bei der Mündung des Río Purús in den Río Solimoes.
  • Die Gurupá-Schwelle östlich der Mündung des Río Xingú trennt das Mittlere Becken vom Mündungsbereich.


Grafik: Das Amazonas-Becken
Die Schwellen bestehen aus Material des kristallinen Sockels, haben seit dem Paläozoikum unterschiedliche Hebungsphasen durchlebt und haben so die Sedimentation und Erosion der einzelenen Teilbecken bestimmt. Die Sedimente sind abgesehen von Teilen des Oberen Beckens kaum verformt oder metamorphisiert. Das Mittlere Becken ist von Bruchstörungen durchzogen und zeigt Grabenartige Struktur. Trotz der Ablagerung gewaltiger Evaporite im Perm kam es zu keiner Art der Salztektonik.

Noch eine Besonderheit hat das Amazonassystem zu bieten: Bis zum jüngeren Tertiär entwässerte das Becken westlich der Iquitos-Schwelle zum Pazifik. Erst während des Miozäns wurde dieses System durch die Hebung der Anden unterbrochen, womit auch die zahlreichen Gewässer der Anden, die in das Obere Amazonasbecken entwässern zum Pazifik.

Tabelle: Entwicklung des Amazonas-Beckens
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