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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 1 Geologie, oder: Die Gesteinswelten Lateinamerikas
 up 1.2 Aufbau der Erde
 up 1.2.2 Minerale und Gesteine

1.2.2.1 Magmatische Gesteine

Magmen sind glutheiße, dem Erdinneren entstammende silikatische Schmelzen, die neben Verbindungen mit hohem Schmelzpunkt auch Dämpfe und Gase enthalten.

Magmatite entstammen einer sich abkühlenden Schmelze, entweder dem unterirdisch erstarrendem Magma, oder dem an der Erdoberfläche erstarrendem Lava.

In den Tiefen der Erdkruste und des oberen Erdmantels bilden sich demnach entweder Tiefengesteine oder Plutonite, oder an der Erdoberfläche Ergussgesteine oder Vulkanite.

Grafik: Plutonismus und Vulkanismus

Weite Teile Lateinamerikas werden von Plutoniten und Vulkaniten bestimmt. Die Anden etwa sind berühmt für die unzähligen Vulkankegel, im Osten Südamerikas, in Patagonien und in einigen anderen Gebieten findet man großflächige Basaltdecken. Die Schilde, aber auch Teile der Kordilleren werden durch Tiefengesteine (Plutonite) aufgebaut.

In plutonischen Räumen hält der Aussendruck des Herddaches (also des an der Oberfläche anstehenden Gesteins) dem Druck des aufdringenden magmatischen Körpers stand. Plutonite entstehen also weit unterhalb der Erdoberfläche bei der langsamen Abkühlung und Erstarrung des Magmas. Wegen der guten Wärmeisolierung im Erdinneren dauert die Abkühlung des Magmas lange an, sodass die Kristalle viel Zeit haben, auszukristallisieren. Das Leitgestein von Plutonen ist der Granit, mit dessen Namen die Körnigkeit der kristallinen Bestandteile ausgedrückt wird (lat. granus = Korn). Solche vollkristallinen Gesteine nennt man auch grobkristallin oder phaneritisch. Die Kristalle sind dabei mit bloßem Auge sichtbar.

Beim Vulkanismus übersteigt die maximale Dampfspannung den Aussendruck, und es kommt zum raschen Materialaufstieg und zur Eruption. Sie erstarren an der Erdoberfläche rascher. Im Kontakt mit der kühlen Luft haben die Kristalle wenig Zeit, um sich auszubilden. Eruptive Gesteine sind daher feinkristallin, oder aphanitisch. Kristalle sind - wenn überhaupt - nur mit der Lupe zu erkennen. So entstandene Gesteine nennt man Vulkanite.

Ist die Abkühlungsgeschwindigkeit noch höher (etwa bei Abkühlung in Wasser), können sich nur schwer Kristalle ausbilden, und es entsteht amorphes Glas. Das bekannteste vulkanische Glas ist der Obsidian.

 down 1.2.2.1.1 Bestandteile des Magmas
 down 1.2.2.1.2 Abkühlung des Magmas
 down 1.2.2.1.3 Einteilung der Magmatite
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