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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 4 Klimatologie, oder: Klimatische Grundstrukturen und -prozesse in Lateinamerika
 up 4.2 Dynamische Klimatologie - Grundzüge der atmosphärischen Zirkulation in Lateinamerika
 up 4.2.3 Was sind eigentlich die Subtropen?

4.2.3.1 Die Subtropen in Südamerika

Die subtropischen Gebiete erstrecken sich in Südamerika von 25° bis 40° südl. Breite. Im Winter dringen die wandernden Tiefdruckgebiete der Westwindzone bis maximal 32° südl. Breite vor. Die Westwinddrift bringt in Mittelchile wechselhaftes Wetter und Niederschläge. An der Leeseite der Anden bleibt es hingegen trocken. Im Sommer jedoch steht der gesamte Bereich des subtropischen Südamerikas unter dem Einfluss der subtropischen Hochdruckzellen über den benachbarten Ozeanen. Das Tiefdruckgebiet des Gran Chaco zieht die vom Atlantikhoch abströmende Luftmassen tief in das Innere des Kontinentes bis an den Andenrand. Dadurch bekommt der gesamte östliche Teil Südamerikas feuchte Luftmassen und Niederschläge – abnehmend von Ost nach West. Die Westseite des subtropischen Südamerikas steht unter Einfluss des pazifischen Hochs, von dem trockene Luftmassen an der Küste entlang nach Norden strömen – hier bleiben Niederschläge aus. Im Südwinter wird dieses Hoch verstärkt, da sich über dem Andenfuß ein zusätzlich kleines Hochdruckgebiet aufbaut. Sie verhindern das Vordringen feuchter Winde aus dem atlantischen Bereich, die kaum über den Paraná hinausreichen. Der innerandine Festlandbereich des Altiplano und der Puna, sowie Teile der Pampinen Sierren werden durch mächtige Gebrigszüge von allen Seiten vor Niederschlag geschützt, sodass hier ebenfalls große Trockenheit herrscht. Die Wüstenbereiche der Westküste überqueren hier die Anden und setzten sich auf argentinischer Seite bis nach Südpatagonien fort, wo die feuchtigkeitsbringende Westwinddrift bereits in den Anden aufgehalten wird. Ostpatagonien bleibt trocken: die aride Diagonale, eine azonale Trockenachse vom Golf von Guayaquil bis zur Magellanstrasse durchschneiden den Kontinent von NNW nach SSO.

Innerhalb der Subtropen ergeben sich daher vier Klimabereiche:

  • Das sommertrockene und winterfeuchte Mittelchile (nach Köppen Cs-Klimate)
  • Die davon nördlich gelegen Trockenzone der pazifischen Küstenwüste (nach Köppen: BWh-Klimate)
  • Die inneren trockenen bis halbtrockenen Gebiete mit Sommerregen (Hochlandklimate - klimatische Höhenstufen)
  • Der atlantische Klimabereich, in dem Niederschläge zu jeder Jahreszeit möglich sind (nach Köppen: Cfa und CwKlimate).

Der subtropische Bereich Argentiniens ist Treffpunkt vieler verschiedener Luftmassen, an deren Genese die Anden maßgeblich beteiligt sind. Neben den dominanten Ostströmungen bringen Westwinde einen trockenen dem europäischen Föhn vergleichbaren warmen Fallwind, den Zonda. Zeitweise dringen auch kalte Luftmassen aus dem Süden in die Subtropen. Die berüchtigten Pamperos sind stürmische Kaltlufteinbrüche, die zu allen Jahreszeiten auftreten können, im Südwinter aber besonders weit nach Norden ausufern können. Fast das gesamte subtropische Gebiet Argentiniens, Uruguays, Paraguays, sowie höhere Lagen Südbrasiliens sind frostgefährdet.

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