Das südbrasilianische Bergland kann zwischen 500 und 1300 m mit einer Besonderheit aufwarten: mit dem subtropischen Araukarienwald aus Araucaria angustifolia. In der Serra da Mantiquera erreichen die Wälder sogar 1800 m. Voraussetzung sind vor allem die im Bergland etwas höheren Niederschläge (zwischen 1400 und 2500 mm), die noch dazu gleichmäßiger über das Jahr verteilt sind. Von den Jahresmitteltemperaturen zwischen 13 und 18°C soll man sich nicht täuschen lassen – hier kann sogar Schnee fallen! Für Brasilianer ist dies ein recht außergewöhnliches Ereignis. Die 25-30 m hohen Wälder sind denen des subtropischen Waldes in ihrer Struktur und Artenzusammensetzung ähnlich, in den höheren Lagen kommen allerdings vermehrt Berg- und Nebelwälder vor.
Diese Feinheiten sind beim Anblick der Wälder allerdings zweitrangig – es dominiert die für subtropische und tropische Regionen recht ungewöhnliche und auffällige breite Krone der Araukarie. Die Obergrenze des Waldes gegenüber den offenen Kamp-Flächen ist ungewöhnlich deutlich, was womöglich nicht nur natürliche Ursachen hat – zur Diskussion stehen natürliche Brände, anthropogener Einfluss, oder aber ein edaphisch begründete Übergang zwischen den Lateriten unterhalb der Waldgrenze und den gelben Böden der Kamp-Bestände.
Araukarienwälder haben florengeschichtlich eine große Bedeutung, da sie eine Reliktform aus Gattungen eines südhemisphärischen Florenreiches darstellen. Neben der Araukarie konnte man etwa 30 Arten des antarktischen Florenreiches feststellen und somit den Beweis erbringen dass es eine Verbindung zwischen diesem und dem Brasilianischen Araukariengebiet gegeben haben muss. |