Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt
 up 5.4.1 Die tropischen Regenwälder Lateinamerikas

5.4.1.2 Einige Überlebensstrategien

Priorität in allen Pflanzenleben hat der Kampf ums Licht, weshalb hier, bildlich gesprochen, wirklich mit allen Mitteln gekämpft wird. Der Stockwerkbau, also das Nebeneinander von Bäumen verschiedener Größenordnung, gestattet schon eine differenzierte Lichtversorgung, wobei die „Überständer“ Mahagoni und Ceibo die Gewinner sind, aber auch das geschlossene Kronendach der mittelwüchsigen Bäume ausreichend Licht erhält. Andere Pflanzen schaffen es aus eigener Kraft nicht, ans lebensspendende Licht zu gelangen. Sie bedienen sich der Stämme ihrer Nachbarn, an denen sie emporranken, von deren Kronen sie hinabwachsen oder auf denen Ästen sie aufsitzen. Es sind dies die Epiphyten, Lianen und Baumwürger.

Lianen etwa kommen in verschiedenen Ausprägungen vor und beginnen ihr Wachstum entweder als kleine Bodenpflanze oder im Kronenbereich, winden sich an ihren „Wirtsbäumen“ hinauf zum lebenbringenden Licht.

Die undankbarsten Gäste der Wirtsbäume sind die Baumwürger (z.B. die Würgefeige). Sie beginnen als unscheinbarer Epiphyt (d.h. Pflanzen die auf anderen Pflanzen wachsen), schlingen sich mit ihren Luftwurzeln zu Boden, bekommen hier üppige Nahrung. Schließlich verwandeln sie das anfangs dünne Wurzelsystem in ein Hüllgeflecht und erwürgen regelrecht den Wirten.

Grafik: Entwicklungsstadien einer Würgefeige

Jeder Besucher des Regenwaldes ist aber vermutlich am meisten von den Aufsitzern beeindruckt. Da sind es die strahlenden Blüten der Bromelien, die im Lichte des Sonnenstrahles leuchten, dort die kleineren Tillandsien oder gar die Königinnen des Urwaldes, die Orchideen mit wunderschönen Farben und Formen, die jeden verzaubern, der den Fuß in dieses Wunderreich setzt.

Schließlich müssen auch die Pflanzen erwähnt werden, die mit dem wenigsten Licht auskommen müssen. Es sind dies die Arten der Krautschicht, oft Farne, aber auch viele schattenliebenden Pflanzen, die unsere heimischen Blumenfenster zieren. Die ökologischen Bedingungen dort unten, sozusagen im Keller des Regenwaldgebäudes, zwingen viele Blüher, besonders leuchtkräftige Blüten auszubringen, um die für die Vermehrung nötigen Insekten anzuziehen.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"