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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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6.6.1 Tektonische Gefahren

Plattenrändersind seismisch labile Zonen. Nahezu die gesamte mittel-, zentral- und südamerikanische Pazifikküste, aber auch der Antillenbogen liegen an derartigen Grenzen von Kontinentalplatten und sind daher Gebiete hoher seismischer und vulkanischer Aktivität. Von den derzeit etwa 500 bis 600 aktiven Vulkanen der Festländer liegen 85an konvergierenden Plattengrenzen, 15an divergierenden Plattengrenzen und etwa 5innerhalb von Platten (Hot-spot-Vulkane). Etwa zwei Drittel der aktiven Oberflächenvulkane befinden sich rings um den Pazifischen Ozean. Den so gebildeten Ring nennt man den Ring of Fire oder auch den zirkumpazifischen Gürtel. Er zeichnet Subduktionszonen nach und verläuft über die Anden, die Kordilleren, die Alëuten, Kamtschatka im Osten Sibiriens, die Kurilen, Japan, die Philippinen, Celebes, Neuguinea, die Salomonen, Neukaledonien und Neuseeland.

Der Blick auf eine tektonische Karte der Erde im Atlas gibt Aufschluss darüber, dass die Erdbebenzone an der Westküste Lateinamerikas von Nordmexiko bis Südchile (unter Ausschluss des seismisch ruhigen Westpatagoniens) reicht, die Verbreitung tätiger Vulkane dagegen weist Lücken in Nordmexiko, Panama, Nordkolumbien und Venezuela, Mittelperu, im Kleinen Norden Chiles und in Südwestpatagonien auf. Ursächlich für die unterschiedliche Intensität und Häufigkeit vulkanischer Aktivität ist die jeweils unterschiedliche Plattenstruktur und ihr Neigungswinkel bei der Subduktion.

Sowohl von Erd- und Meerbeben als auch von Vulkanausbrüchen gehen große Gefahren für den Menschen aus. Diese können direkter und indirekter Natur sein. Meerbeben haben (seismische) Wogen zur Folge, die die Küstenbewohner oft tagelang nach dem Ereignis treffen, Erdbeben können zu Verschüttungen von Abflüssen führen, die sich später verheerend entleeren, die Gefahr von ausbrechenden Vulkanen geht nicht nur von ihrer Lava aus, sondern auch von evt. abschmelzenden Gletscherkappen, heißen und giftigen Gasen oder dem Ascheregen.

Literatur:

  • Bolt, B. A.: Erdbeben. Eine Einführung. Berlin u. a., 1984.

  • Bolt, B. A.: Erdbeben Schlüssel zur Geodynamik. Heidelberg, 1995.

  • Pichler, H., et al.: Vulkanismus. Heidelberg, 1988.

  • Rast, H.: Vulkane und Vulkanismus. Stuttgart, 1987.

  • Schmincke, H.-U.: Vulkanismus. Darmstadt, 1986.

  • Steinert, H.: Erdbeben. Ostfildern, 1980.

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