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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.5 Kulturpflanzen in Lateinamerika

5.5.3 Die Vegetationsstufen der Kulturpflanzen

In den Andenländer ist der Einfluss der Höhenlagen von besonders großer Bedeutung. Schon lange bevor Wissenschafter zu dieser Erkenntnis kamen, war dies den Bewohnern der Bergländer geläufig. Sie passten sich durch die vertikale Ausrichtung der Urproduktion den vielfältigen Möglichkeiten an, die der Höhengradient des Klimas ihnen bot.

Landwirtschaft auf 3.500 m Seehöhe

Das Klima der Tierra caliente, der heißen Zone, ist am besten für den Anbau von Bananen, Kakao, Zuckerrohr, Baumwolle, Kokospalmen, Reis, Tee und Tabak geeignet. Der tropische Regenwald dient zur Gewinnung von Kautschuk, Balata, Chicle und diverese Edelhölzer von Mahagoni bis Balsa.

Die Tierra templada, die gemäßigte Zone, ist Hauptanbaugebiet für Kaffee und Koka. Mit Ausnahme des Kakaos, Tees und der Kokospalme wachsen hier aufgrund des Idealklimas des „ewigen Frühlings“ alle anderen Produkte. Hier liegen die besten landwirtschaftlichen Produktionsgebiete, besonders auf den bewässerten Alluvialböden der Täler mit einer gut ausgebildeten Humusschicht. (Valle de Caracas, Valle de Aragua in Venezuela; Caucatal Kolumbiens und die Yungas und der unteren Bereiche der Valles in Bolivien).

Getreideanbau in Bolivien

In der Tierra fría, der kalten Zone, ist der ursprüngliche Bestand an feuchtem Bergwald zum Großteil gerodet worden und wird heute zur intensiven Landwirtschaft genutzt. Besonders werden Kartoffeln gepflanzt, deren Ursprung möglicherweise in dieser Zone liegt, aber auch Weizen, Hafer, Gerste, Gemüse werden hier kultiviert. Zum Teil werden von Venezuela bis Chile die zerstörten Wälder mit Eukalyptus wieder aufgeforstet. Eukalyptus ist sehr schnellwüchsig, und benötigt nur wenig Wasser und ist zudem ein wertvolles Nutzholz. Er hat von Australien aus seinen Siegeszug über ganz Lateinamerika angetreten, vor allem als Pionierpflanze in Trockengebieten. Weltweit gibt es derzeit eine Zuwachsrate von 175.000 ha/Jahr. Der Baum hat nur einen Haken: die überall im Baum vorhandenen ätherischen Öle lassen keine anderen Pflanzen um den Eukalyptus zu, auch der Boden ist für Folgepflanzungen nicht mehr geeignet.

Gemüseanbau in Venezuela

In der Tierra helada wird Ackerbau nur noch sehr begrenzt betrieben, wobei die indigenen Völker sehr ausgefeilte Bodennutzungstechniken (z.B. Hochäcker) entwickelt haben.

Landnutzung auf 4.000 m Seehöhe

Zum Großteil überwiegen in der Tierra helada aber die Weideflächen für Alpacas, Llamas, Guanacos und Vicuñas. Es ist dies die Zone der sog. Andenhirse (Quinoa) und des Almaranths, aber auch die Vielfalt der Knollenfrüchte, die auf den Märkten bewundert werden kann, kann mit besonderen Methoden des Landbaus noch so erzeugt werden, dass Subsistenz möglich wird.

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