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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.5 Kulturpflanzen in Lateinamerika
 up 5.5.2 Eingeführte oder allochtone Kulturpflanzen

5.5.2.2 Kaffee

Aus dem afrikanischen und arabischen Raum stammend, ist Rohkaffee ein überlebenswichtiges Exportgut vieler Länder Lateinamerikas, z.B. für Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Mexiko, Guatemala und Costa Rica. Brasilien und Kolumbien sind weltweit die größten Kaffeeproduzenten. Brasilien produzierte 1999 1,6 Mio. t. Kaffee.

Die Kaffeepflanze ist ein 3-8 m hoher tropischer Baum, der zur leichteren Bearbeitung als Strauch gezüchtet wird. Insgesamt gibt es etwa 60 Arten, von denen allerdings nur zwei Arten für den Weltmarkt interessant sind:

Die Arabica-Bohnen stammen aus dem Hochland von Äthiopien und halten bei einem Marktanteil von 75%. Dieser Kaffeebusch gedeiht in Höhenlagen zwischen 600 und 1200 m bei mittleren Jahresniederschläge zwischen 600 und 1200 mm und ist durch seine tiefen Wurzeln recht trockenresistent. Heute wird leider in Lateinamerika nahezu kein reiner Arabica mehr angeboten, an seine Stelle sind produktivere, aber minderwertigere Hybridsorten getreten.

Der Robusta-Kaffee benötigt höhere Niederschläge und bevorzugt tiefere Lagen und wird in Brasilien angebaut. Obwohl in verschiedene Qualitätsstufen klassifiziert (Santos 1-7) erreicht Robusta niemals die Qualität von Arabica. Lösliche Kaffees und solche, die über Hochdruckmaschinen italienischer Bauart aufgebrüht werden, verwenden größere Anteile von Robusta, den meisten Kaffeefreunden ist er ein Gräuel.

Hochwertiger Kaffee gedeiht am besten in den Höhenlagen der tierra templada und bei mittleren Jahrestemperaturen zwischen 18 und 22°C. Arabica-Kaffeebüsche bevorzugen Halbschatten, weshalb sich ursprünglich West- und Osthänge am besten eigneten. Die neuen Caturrasorten dagegen gedeihen in voller Sonne, so dass Exposition und Beschattung durch Schirmakazien und andere Schattenbäume keine Rolle mehr spielen. Arabica-Kaffeebüsche sind zudem heikel, was den Standort anbelangt: Tiefgründigkeit der Böden, Feuchtigkeit und Humusreichtum lassen den Kaffee am besten wachsen. Mäßig saure Urwaldböden ertragen sie, vulkanische Verwitterungsböden ist optimal. Die heute verbreiteten Caturraarten sind weniger anspruchsvoll, was die Böden nicht haben, wird an Mineraldünger zugesetzt, und den auf Grenzstandorten zahlreichen Schädlingen wird mit Bioziden zu Leibe gerückt. Ärzte haben nie behauptet, dass Kaffee ein gesundes Getränk sei, was heute durch die Saeco-Maschinen gepresst wird, gefährdet mehr durch die Chemie als die Kreislaufbelastung.

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