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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.5 Kulturpflanzen in Lateinamerika
 up 5.5.1 Endemische oder autochtone Kulturpflanzen
 up 5.5.1.5 Industriepflanzen

5.5.1.5.2 Kokospalmen

Die Königin der Palmen, die Kokospalme, benötigt zum Überleben mittlere Jahrestemperaturen von 27°C und mindestens 1200 mm Niederschlag, ist salztolerant und vertragt tägliche Temperaturschwankungen. Der Lebensraum ist auf tropische Küsten beschränkt und reicht nur entlang von Flussläufen ins Landesinnere. Wegen mangelnder Wärme kann sie auch am Äquators nicht über 750 m angebaut werden. Sie liebt das Licht und braucht die salzige Seeluft. Ihre bis zu 30 m langen Stämme sehen vielleicht zerbrechlich aus, halten aber jedem Hurrican stand. Zur Fortpflanzung nützt sie das Meer, indem sie ihre schwimmfähigen Samen dort hineinwirft, um sie Tausende von Kilometern transportieren zu lassen. Kokospalmen werden über 100 Jahre alt und bringen die besten Ernten zwischen dem 10. und 40. Lebensjahr.

Das Ernten der Kokosnüsse ist nur per Hand möglich, weshalb kultivierte Kokospalmen nach ihrem 30. Lebensjahr gefällt werden, da sie sinst zu groß werden. Die halsbrecherische Ernte erledigen entweder Palmenkletterer, oder dressierte Affen.

Seit jeher hat die Kokospalme der Bevölkerung alles gegeben, was sie zum Leben braucht. Stämme und Palmwedel dienen als Baumaterial für Wände und Dach, das Fruchtfleisch und der Saft dienen als Speis und Trank, die Basthülle der Nüsse als Rohmaterial von Stricken, Matten und Kleidungsstücken. Selbst aus den harten Schalen lassen sich Schmuckgegenstände, Gefäße oder Musikinstrumente formen. Bei allem Lob der Kokospalme: Auch die anderen Palmen bieten derart vielfältigen Nutzen. Es ist also nicht die hübsche Gestalt, sondern der wirtschaftliche Wert, der die Palmen in den Tropen und Subtropen so populär macht.

Weltwirtschaftlich bedeutend ist das getrocknete, ölige weiße Fleisch des Inneren. Aus ihm wird das Kopra hergestellt, ein Öl, das bei der Produktion von Speisefetten, Seifen und Kerzen Verwendung findet.

Das Fleisch ist in den Tropen sowohl roh, als auch in zubereiteter Form ein wichtiges Nahrungsmittel. Die Endknospe jeder Palme, die Palmherzen, sind eine echte Delikatesse. Oft werden Bäume nur ihretwegen gefällt. Sehr saftig ist ebenfalls das Zentrum des jungen Stammes. Der Blutungssaft der Blütenstände ist ein beliebtes Getränk, sowohl in natürlichem Zustand, als auch als alkoholisches Getränk: der Arrak, oder Palmwein, wird durch Destillation des gegorenen Saftes gewonnen. Die Baumwurzel besitzt leicht narkotische Eigenschaften und wird manchmal gekaut. Es wird einfach alles verwertet.

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