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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5.5 Kulturpflanzen in Lateinamerika
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5.5.1.5.1 Hevea Brasiliensis - der Kautschukbaum

Hevea Brasiliensis, zu den Wolfsmilchgewächsen zählend, ist die botanische Bezeichnung für den Kautschukbaum und stammt ursprünglich aus dem Amazonasgebiet. Schon in präkolumbianischer Zeit stellte man in Mittel- und Südamerika aus dem milchigweißen Saft, dem Latex, Bälle und andere Gegenstände her. Sie brachten den aufgefangenen Saft druch Räuchern über offenem Feuer zum Gerinnen.

Die Pflanze selbst ist ein 30 m hoher Baum, der hohe Durchschnittstemperaturen und 2000 – 4000 mm Niederschlag für sein optimales Wachstum verlangt. Er wird heute außerhalb Lateinamerikas in modernen Plantagenbetrieben in großer Zahl angepflanzt, in der Heimat selbst ist nach wie vor die – nicht so intensive – Sammelwirtschaft der Serengueiros (Gummisammler) üblich. Es werden Rillen in die Rinde geschnitten, damit der Milchsaft, das Latex, aus den produzierenden Milchröhren hervorquillt. Die Latexmilch wird in einem Napf gefangen. Nach einer etwa zweiwöchigen Erholungspause werden die Bäume erneut geritzt, bis sie nach 30-35 Jahren ausgelaugt sind.

Rohkautschuk war nie lange haltbar und wurde bald klebrig und weich. Erst als 1844 die Methode der Vulkanisation (Überfuhr von Naturkautschuk in haltbares Gummi durch Schwefelzusatz) erfunden wurde, erlangte der Kautschuk weltwirtschaftliche Bedeutung. Brasilien besaß lange Zeit das Weltmonopol, bis der englische Biologe Wickham 1876 70.000 Same nach England schmuggelte und dort etwa 2000 Setzlinge großzog. Seit dem breitete Kautschukproduktion auf die ganze Welt aus. Nur mehr der Name erinnert an die eigentliche Heimat, die dort weltwirtschaftlich nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt.

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