Von allen Agavenarten ist die Sisal-Agave (Agave sisalana, auch Henequén Agave) die weltweit wirtschaftlich bedeutendste. Ursprünglich stammt sie von den Westindischen Inseln und ist heute in Mittelamerika und vor allem in Mexiko beheimatet. Sie benötigt als Tropenpflanze eine Jahrestemperatur von mindestens 15°C und ist mit nährstoffarmen relativ unfruchtbaren Trockenböden zufrieden.
Die sukkulente Pflanze besteht aus einer mächtigen Blattrosette (bis zu 150 Stück pro Pflanze) mit bis zu zwei Metern langen lanzenförmigen blaugrünen Blättern, die in einer grasharten Stachelspitze enden. Sie entwickelt einmal in ihrem bis 20jährigem Leben einen ein Meter hohen Blütenschaft. Die Sisal-Agave dient als Faserpflanze zur Herstellung von Seilen, Netzen und verschiedenen Stoffen und Teppichen. Pro Jahr können etwa 15 Blätter pro Pflanze geerntet werden. Bereits 6000 v. Chr. Wurde in Mexiko der Gebrauch von Sisal als zur Herstellung von Netzen und Schnüren nachgewiesen.
Aus anderen Agavenarten wird in Mexiko wird der Saft gewonnen und zum alkoholhältigen, milchigen Pulque vergorgen. Eine Pflanze kann immerhin 5 l Saft/Tag liefern.
Aus einer anderen Agavenart (Agave tequilana) wird der unter Tequila bekannte Agaven-Schnaps gewonnen. Eine weitere Köstlichkeit ist der Saft der sogenannten Schnaps-Agaven, aus denen der hochprozentige Mezcal gewonnen wird. Nicht nur der der Saft wird genutzt, auch der auf der Agave lebende Mezcal-Wurm, der zur Fermentierung verwendet wird. |