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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.5 Kulturpflanzen in Lateinamerika
 up 5.5.1 Endemische oder autochtone Kulturpflanzen
 up 5.5.1.2 Nahrungsmittel
 up 5.5.1.2.3 Grundnahrungsmittel

5.5.1.2.3.1 Mais

Mais gehört zu den bedeutendsten Getreidearten der Welt und ist das einzige wichtige Getreide, das aus Lateinamerika stammt, sieht man einmal von Quinoa und Almaranth ab, die erst in jüngster Zeit auch in europäischen Küchen Verbreitung finden. Der Mais war vermutlich in Mittelamerika beheimatet, wo er schon früh, etwa 4000 v. Chr. von den Indianern genutzt und kultiviert wurde. Man geht sogar davon aus, dass der Wildmais vor ungefähr 7000 Jahren im Tehuacán-Tal in Südmexiko erstmals aus Wildsorten gezüchtet wurde. Der Name kommt von der Bezeichnung „mahiz“, die Bezeichnung karibischer Indianerstämme für diese Pflanze. Die natürlich gewachsene Maispflanze brauchte viel Sonne, Jahresdurchschnittstemperaturen von 20-24°C und war noch dazu frostempfindlich. Die besten Erträge bringt sie heute auch noch bei ausreichenden Niederschlägen während der Wachstumsperiode. In vielen Zuchtsorten hat sie jedoch auch kühlere Regionen erobert. Zu den wichtigsten maisproduzierenden Ländern zählen nach wie vor Brasilien, Argentinien und Mexiko. Ein Großteil des Maises wird als Futterpflanze verwendet, wird neben der Verwendung als Grundnahrungsmittel zur Herstellung von Alkohol und Branntwein, Sirup, Zucker und Maismehl verwendet. Bekannt sind natürlich auch die Tortillas, die kleinen, flachen Maisfladen. Mais wird aber auch zur Herstellung von Nylonfasern, zur Produktion von Schmieröl, Salatöl, Margarine, Seifen, Farben, Brennstoff, u.v.m. genutzt.

Im Unterschied zu vielen anderen Nahrungsmitteln des Tieflandes sind Maiskörner lagerfähig. Nicht wenige Kulturanthropologen sehen daher der Verfügbarkeit dieser Kulturpflanze die Ursache für die Entstehung von Hochkulturen wie die der Olmeken oder Mayas im Tiefland, mit deren Hilfe Abgabensysteme und die Ernährung einer nichtproduktiven Herrscherkaste erst möglich wurde. Der Maisgott spielt dementsprechend in den mesoamerikanischen Hochkulturen eine wichtige Rolle.

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