Trotz der Vielfalt natürlicher Pflanzengesellschaften in Lateinamerika gehen die autochthonen Bestände kontinuierlich zurück. Sie wurden und werden durch Kulturpflanzen ersetzt, die z.T. endemisch sind, z. T. aber auch von weither eingeführt wurden. Viele dieser Zuwanderer sind inzwischen so heimisch geworden, dass sie von unkundigen Besuchern als typische Florenelemente lateinameirkanischer Landschaften angesehen werden können. Man unterscheidet also im Unterschied zur Naturlandschaft, die außerhalb der Wüsten selbstverständlich über die natürliche Vegetation charakterisiert werden kann, die Kulturlandschaft, die der Mensch geschaffen hat und in der er die natürliche Vegetation durch Kulturpflanzen ersetzt hat.
Die ältesten Kulturpflanzen der Welt sind altweltlich Gerste und Reis, in der Neuen Welt dagegen der Mais. Heute sind die wichtigsten Kulturpflanzen Nahrungspflanzen wie Getreide-, Gemüse-, Zucker- Obst- und Ölsorten, Futter- sowie Gewürzpflanzen, Arznei- und Faserpflanzen sowie Pflanzen für die industrielle Nutzung. In Lateinamerika sind heute auchGartenpflanzen von großer Bedeutung. Schließlich gehören auch vom Menschen gestaltete Forste zu den Kulturlandschaften, wenngleich ihr Bestand nur selten durch Zucht verändert wurde.
Von Haus aus ist Lateinamerika reich an autochthonen Kulturpflanzen (autochthon: die dort „zu Hause sind“). Dem gegenüber stehen die eingeführten Kulturpflanzen, oder allochthone Kulturpflanzen, die ursprünglich aus einem anderen Erdteil in die Neue Welt gebracht wurden. Es ist natürlich nur möglich, einen kleinen Teil der (wichtigsten) Kulturpflanzen Lateinamerikas zu erläutern. |