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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt

5.4.13 Andine Höhenstufen

Die Anpassungen von Pflanzen an das Gebirge sind vielfältig. Sie bewirken bei den Pflanzen eine möglichst geringe Erhebung über die Erdoberfläche durch Unterdrückung oberirdischer Achsen (Stämme, Stängel). Die unterirdischen Teile sind hingegen lang. Der unterirdische Spross dient oft als Speichermedium für Wasser und Fortpflanzung. Der größte Teil ist krautig, nur in ariden Gebieten spielen niedrigwachsende Dornsträucher eine größere Rolle. Andere Anpassungen erreichen die Pflanzen durch spezielle Wuchs- und Lebensformen.

Schopfrosettenstauden tragen einen Schopf infolge extremer Internodienstauchung (Internodien = Bereich zwischen zwei Blattknotenpunkten). Sie können stammlos sein, oder geringmächtige Stämme ausbilden. Als Beispiel seien hier die Espeletien genannt, die ein dichtes Haarkleid als Schutz gegen den raschen Temperaturwechsel und gegen den Wind tragen. Zusätzlich vermindern sie so die Transpiration. Sie sind die Leitpflanzen des Páramo und werden wegen ihres Aussehens, das – insbesondere bei den häufigen Nebellagen – dem von Mönchen auf der Pilgerreise ähnelt, „frailejones“ genannt.

Rosettenkräuter haben einen einfachen Stamm und sind nur spärlich verzweigt. Sie besitzen ebenfalls unterirdische Speicherorgane.

Polstergewächse haben eine intensive Verzweigung bei dichtem Stand an den Sprossenden. Die Polster sind entweder flach ausgebreitet oder gewölbt und hart wie Holz, was man von außen nicht annehmen würde. Die Wölbung schützt die Knospen vor Wind, Schnee und Kälte, noch dazu wirken die Polster wie Schwämme, und sie speichern unter ihrem Schild Feuchtigkeit. Lange Trockenzeiten überstehen sie durch überlange Pfahlwurzeln, die Grundwasser auch in der Tiefe erreichen können.

Horstgräser sind 0,5 bis 1 m hohe Chamaephyten mit dicht gestellten Blättern. Auch die abgestorbenen Blätter dienen dem Horst als Schutz. Innerhalb des Horstes ist die Temperatur um 5-7°C höher als die Lufttemperatur. Man bezeichnet sie auch als Tussock-Gräser vor, wie auch in anderen Teilen Lateinamerikas mit ähnlichen Bedingungen. Man versteht darunter große Horste, bei denen die Blätter mehrere Jahre erhalten bleiben. Die toten Bestandteile verwesen nicht, zwischen ihnen kommen im Frühjahr die neuen Blätter heraus – es hat dadurch den Anschein, dass diese Gräser nie grün erscheinen.

Auch die Blätter zeigen Anpassungen, damit das Wasser nicht gleich abrinnen kann, sondern ins Gewebe aufgenommen wird. Manche Gräser haben Spaltenöffnungen, die bei Trockenheit geschlossen werden. Andere Pflanzen haben nur kahle Blätter, andere tragen ein dichtes Haarkleid. Meist sind die Blätter dick, zart und mehr fleischig als lederartig.

Grafik: Waldtypenreihe

In den ariden Lagen der Anden verbindenen sich diese Merkmale mit denen der Wüstenpflanzen.

Die Hochanden werden geobotanisch vom Äquator polwärts in vier klassische Bereiche untergliedert: Páramo, Puna, Salare und Hochgebirgsvegetation gemäßigter Klimate.

 down 5.4.13.1 Páramo
 down 5.4.13.2 Puna
 down 5.4.13.3 Südliche Anden
 down 5.4.13.4 Höhenabfolge in Zentralamerika - klimatische Vegetationsgürtel
 down 5.4.13.5 Andenprofile im Vergleich
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