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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt
 up 5.4.12 Die Südlichen Wälder

5.4.12.4 Immergrüne Wälder mit Nothofagus

Roble und Raulí sind laubwerfende Arten. Es gibt aber auch eine immergrüne Südbuchenart, Coihue (nothofagus dombeyi) genannt. Wälder mit diesem immergrünen Nothofagus erstrecken sich vom Küstengebirge südlich von Concepción bis nach Feuerland. Das weite Vordringen der Wälder nach Süden wird durch ein sehr ausgeglichenes Klima ermöglicht, mit Durchschnittwerten zwischen 8°C im Norden und 5,4°C im Süden, sowie 4000 mm Niederschlag im Norden und 2000 mm im Süden. Selbst im Sommer kann hier Schnee bis an die Küste fallen, der allerdings bald wegtaut. Die Evaporationsraten (Verdunstungs-) sind gering bei ständigem Westwind, der nach Süden an Heftigkeit zunimmt.

Nothofagus-Wald am Lago Nahuel Huapi, Argentinien

Man unterscheidet zwei Waldtypen:

Der Coihue-Wald wird aus der Südbuchenart Nothofagus dombeyi aufgebaut und bedeckt den nördlichen Bereich bis etwa 48°südl. Breite, zunächst noch im Übergang zum Valdivianischen Regenwald. An der oberen Waldgrenze wird er vom Lenga-Wald abgelöst, auf den schließlich die Krummholzstufe mit Ñirre folgt. Im Osten endet die Verbreitung der Coihue bei 1500 mm Niederschlag. Dre Coihue-Wald ist eine anspruchsvolle Baumgesellschaft. Er verzahnt sich mit dem östlich anschließenden Zypressenwald (Ciprés), wo er linienförmig die Schluchten an rasch fließendem Wasser besiedelt. Die Bäume erreichen eine Höhe von 30-35 m und besitzen einen starken Unterwuchs aus dünnstengeligem Bambus (quila), der eine allzu reichliche Baumverjüngung verhindert. Auffällig ist die hohe Stammzahl der dicken Stämme der Coihue, die bis über 8,2 m Umfang erreichen können, bei Höhen bis 50 m.

Möglicherweise durch die Bindung an ausreichend Bodenfeuchte bildet die Coihue ein nicht faulendes Holz, das für die Unterfütterung von Strassen und Wegen im anmoorigen Gelände, für Eisenbahnschwellen oder als Bauholz mannigfaltige Einsatzmöglichkeiten findet.

Der Guindo-Wald aus Nothofagus betuloides löst den Coihue-Wald nach Süden hin ab. Der Guindo kommt auch als Einzelbaum in höheren Lagen vor und geht bis an die Waldgrenze. Die Bestandshöhen betragen max. 18 m und gehen bis Feuerland bis auf 6 m zurück und sind von den ständig wehenden Stürmen geprägt. Hohe und dichte Moospolster erschweren zusätzlich das Vordringen in die Wälder. Die Höhengrenze dieses Waldes liegt zwischen 600 und 400 m und wird nach oben hin vom Lenga-Wald abgelöst.

In den Mulden und Tälern sind Moorwälder verbreitet, die nach Süden immer mehrin baumfreie Standorte übergehen, die den mitteleuropäischen Hochmooren ähnlich sind.

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