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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt

5.4.10 Wüsten und Halbwüsten der pazifischen Küste

An der pazifischen Küsten breiten sich tropisch-subtropische Wüsten aus – und zwar die trockensten der Erde. Die Anden verhindern Niederschläge aus dem Osten, der Humboldt-Strom fängt Feuchtigkeit des Pazifik ab, bedingt aber den Nebel der Garua genannt wird.

Atacama-Wüste

Dieser wird durch die landerwärmten Luftmassen angezogen. Einen feuchtigkeitsbringende Wirkung hat er allerdings nur an den Hängen der Vorberge zwischen 400 und 800 m ü. d. M. Das Klima ist, verglichen mit den Regionen auf gleicher Breite an der Ostküste Südamerikas, mit 17-21°C im Jahresschnitt verhältnismäßig kühl. Die Niederschlagswerte liegen generell unter 10 mm, den Extremwert bildet Lima mit spärlichen 48 mm. Es gibt Bereiche in denen seit Jahrzehnten kein Tropfen Regen gefallen ist. In größerer Tiefe ist es dem Wasser aber möglich, sich über mehrere Jahre als Haftwasser zu halten.

Schnitt durch ein peruanische Küstenloma

Die unteren Bereiche sind meist vegetationslos, nur in der Nebelstufe gedeihen die wurzellosen Tillandsien – die einzig echten Nebelpflanzen. Die nehmen Feuchtigkeit nur durch ihre Blätter auf und wachsen dem Seewind entgegen. Hinter den Vorbergen wachsen nur Flechten und Erdkakteen.

In Peru kann sich auf den Vorbergen ab 450 m bis 600 m mit zunehmender Nebelfeuchte entwickelt sich die Loma-Vegetation, aus Kräutern bestehend, im günstigsten Fall sogar aus kleinen Wäldchen mit Acacia, Carica und Caesalpinia, die Äste mit epiphytischen Moosen behangen.

Wo es, wie z.T. im äußersten Norden Chiles keine Vorberge vorhanden sind, gibt es auch keinen Nebel und noch weniger Feuchtigkeit. Viele Jahre vergehen ohne einen Tropfen Regen. Die Atacama-Wüste ist das scheinbar vegetationsloseste Gebiet der Erde. Die weiten Sandflächen tragen nur Flechten , bestenfalls Erdkakteen. Wenn es aber regnet, entstehen wie aus dem Nichts ephemere Kräuterfluren und verwandeln die staubige Erde in eine blühende Wüste mit einem oft über 100 km geschlossenem Blütenmeer aus allen Farben.

Ab etwa 1000 m, oft aber erst ab 2000 m können Pflanzen ganzjährig existieren, zunächst entlang den sehr sporadisch durchflossenen Flusstälchen, mit zunehmender Höhe aber auch auf den Hängen und Hochflächen. Auf der Breite von Arica erscheint erst ab etwa 2000 m eine Kakteen-Wüste.

Nach Süden schließt die Zwergstrauch-Sukkulenten-Halbwüste an. Sie setzt sich aus Zwergsträuchern mit nicht mehr als 10 cm Höhe, Kugelkakteen und Opuntienrasen zusammen, die im Süden an die subtropischen Dornstrauch-Sukkulentengehölze grenzt.

Eine üppigere Vegetation kann sich nur entlang der Flüsse, die von den Anden herabfließen bilden. In den von Grundwasser versorgten Oasen bilden sich Bestände von Salix humboldtiana und Schinus-Arten. Hier findet man auch die Intensivste Landnutzung, wo durch Bewässerung der Anbau von Mais, Weizen, in tieferen Lagen auch von tropischen Früchten möglich ist.

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