Die Vegetation Mittelamerikas umfasst alle tropischen Formen. Die Küsten werden in den Bereichen der feuchten Lagunen von Mangrovendickichten geprägt, Kokospalmenhaine bewachsen die Koralleninseln der Bahama- oder Barbadosinseln. An den Luvseiten der atlantischen Gebirgsabdachung gedeihen bei tropischen Klimabedingungen auch immergrüne tropische Regenwälder. Diese sind reich an Epiphyten und dichtem Unterwuchs, was die atlantischen Regenwälder zu einem der undurchdringlichsten Bereiche macht, weshalb hier noch immer nur dünne Besiedlung zu finden ist.
Nördlich der Hochländer erstreckt sich die Fortsetzung der niederen Kalktafel Yukatáns, „El Petén" ein feucht-tropisches Regenwaldgebiet mit vereinzelten Grassavannen und Piniensavannen im Niederungsland unter 500 m.
An der nördlichen pazifischen Abdachung zieht sich in Höhen von 1500 bis 1800 m ein Streifen tropischer und subtropischer Regenwälder von Südmexiko, durch das südliche Guatemala bis nach El Salvador.
Trockenwälder, Chaparral und Savannen treten im flachen Küstenvorland von Guatemala bis Panama auf. Hier ist allerdings die natürliche Vegetation durch den Menschen stark beeinflusst, mehr als auf der undurchdringlichen atlantischen Seite.
Immergrüne Laubwälder, Tannen und Kiefernwälder dominieren die Höhenregionen. Die inneren Hochebenen Guatemalas, Nicaraguas und Panamas werden von Dornstrauchsavannen und laubabwerfenden Trockenwäldern geprägt, dazu kommen die verkarsteten Kahlböden der Halbinsel Yucatan und Kubas auf den Leeseiten der Gebirge und auf den flachen Inseln.
Hier befindet sich auch die Trennung der Florenreiche Nordamerikas (Holarktis) und Südamerikas (Neotropis), und zwar auf der Höhe des Nicaragua Sees, der bis zum Pliozän als Meeresstraße eine wichtige trennende Funktion innehatte. |