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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
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 up 5.4.4 Trockenwälder

5.4.4.4 Trockenwälder der Caatinga

Die Caatinga ist ein offener lichter Wald, der die weiten ebenen und hügeligen Landschaften im Nordosten Brasiliens bedeckt. Sie erstreckt sich 1400 km in N-S Ausdehung und 600 km in W-O-Richtung und ist in vielerlei Hinsicht dem Chaco ähnlich, etwa im Klima, Landschaft und im äußeren Erscheinungsbild der Vegetation, jedoch dominieren andere Pflanzenarten, auch die Bevölkerungsdichte ist wesentlich höher, was das Landschaftsbild zusätzlich wesentlich beeinflusst.

Die Caatinga unterscheidet sich deutlich von den umliegenden Vegetationstypen, etwa von den Campos Cerrados. Die Trockenheit ist für die Entstehung des Landschaftsbildes der wichtigste Faktor. Durch die Nähe zum Äquator ist das Klima gleichmäßig warm (24-26°C), die Niederschläge liegen bei etwa 500 bis 700 mm bei acht trockenen Monaten. In den Wintermonaten ist wieder der Passat Schuld an dem Feuchtigkeitsmangel.

Die Böden zeigen verschiedene Escheinungsformen, tiefgründig verwitterte Böden wechseln mit sandigen Standorten und Rohböden ab. In vielen Abflusslosen Mulden ist die Salzanreicherung hoch.

Das Erscheinungsbild der Caatinga kann von offenen Trockenwäldern in Form von Dornwäldern, Trockenwäldern mit Kakteen, regengrünen Wäldern mit Flaschenbäumen, Bergwäldern, Galeriewäldern bis teilimmergrünen Trockenwäldern reichen. Die Strauchschicht ist meist mit Kakteen durchsetzt. Die Baumschicht ist immer offen und licht bei einer Höhe von 5 bis 15 m, auf feuchteren Standorten bis 20 m. Wie im Chaco ist die Strauchschicht dicht und undurchdringlich. Die imposanteste Art des Caatinga-Waldes ist ein charakteristisches Savannengewächs, der FlaschenbaumCavanillesia arborea, der eine Höhe von 30 m mit Durchmessern bis zu 3 m erreicht. Daneben kommt noch die Wachspalmensavanne vor (Carnauba). Die für die Caatinga typische Baumart ist der immergrüne Zyziphus joazeiro. Der sonst eher unwirtlich erscheinende Wald ist bei Beginn der Trockenheit mit zahlreichen Blüten geschmückt.

Eine Variante vom Caatinga-Trockenwald ist der Agreste-Wald im Übergang zum brasilianischen Küstenregenwald. Ihr Bestand ist geschlossener - kein Wunder erhält er auch wesentlich mehr Niederschläge. Er zeichnet sich durch großblättrige Bäume aus, die allesamt laubabwerfend sind.

Im Unterschied zum Chaco wurde das Gebiet der Caatinga schon früh besiedelt und wurde zum wichtigsten Zuckerrohranbaugebiet Brasiliens. Die Landnutzung heute ist allerdings durch unregelmäßiges Auftreten von Dürre, katastrophaler Trockenheit gekennzeichnet. Diese Bedingungen führen dazu, dass Menschen von der Trockenheit vertrieben werden. Fallen endlich Niederschläge, sind sie oft verheerend.

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