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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt
 up 5.4.4 Trockenwälder

5.4.4.1 Der Chaco

Das große Gebiet des Chaco reicht von Bolivien bis Santa Fé am Río Paraná und von den Anden bis zu den Flüssen Paraguay und Paraná. Die weit verbreitete Untergliederung in einen nördlichen, mittleren und südlichen Chaco ist irreführend, der wesentliche Übergang vollzieht sich von Ost nach West.

Das Klima des Chaco ist extrem. Bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 18°C (im Süden) und 25°C (im Norden) steigen die sommerlichen Maximalwerte über 50°C! Im Winter hingegen können Fröste bis –6°C auftreten, auch der kalte „Pampero“ mit kalter Luft aus der Antarktis kann binnen kurzer Zeit einen Temperatursturz von 10-20°C bewirken, verbunden mit heftigen Gewitterregen.

Warum sich der Chaco-Wald sich von West nach Ost verändert, liegt an den Niederschlägen, die im Osten unter maritimen Einfluss noch bei 1000 mm liegen nach Osten bis unter 500 mm abnehmen. 80% der Niederschläge fallen im Sommer, die extreme Trockenzeit dauert bis zu acht Monaten an. Ein Grossteil des Niederschlags fällt in Form von sommerlichen Sturzregen, die häufig weite Landstriche überschwemmen.

Das Gebiet ist vollkommen eben, ausgenommen einzelner tektonisch gehobener Horste, bei etwa 100 m ü. d. M. und steigt am Andenrand bis etwa 500 m an. Die Böden bestehen aus praktisch humusfreien tertiären und quartären Sanden. Die obersten Bodenschichten werden häufig aus Feinsand und Löss aufgebaut.

Eigentlich wären die Böden bei pH-Werten zwischen 6,8 bis 7,2 nährstoffreich. Die Pflanzen können allerdings die Minerale wegen des hohen Salzgehalts der Böden nur schwer aufnehmen. Die äolische Tätigkeit ist von großer Bedeutung. Im Winter befallen regelmäßig Staubstürme das Gebiet, sodass sich an manchen Stellen sogar Wanderdünen bilden.

Der Landesnatur von Trockengebieten entsprechend, entspringen dem Gebiet keine Flüsse. Die einzigen Wasserläufe, die den Río Paraná erreichen sind Fremdlingsflüsse aus den Anden: der Río Bermejo und der Río Pilcomayo. Sie fließen am Andenrand noch in tief eingeschnittenen Rinnen, später aber der klimageomorphologischen Zone entsprechend in flachen Mulden. Das Grundwasser besteht in weiten Teilen aus zwei Stockwerken, einem oberen in unmittelbarer Nähe der Oberfläche ist oft unterbrochen und wird in der Regenzeit schwach aufgefüllt und einem unteren Stockwerk in 30 bis 500 m Tiefe. Dieses Wasser ist stark salzig und wird nur langsam aufgefüllt, häufig entlang von tektonischen Bruchstufen im Untergrund.

Das Wesen der Vegetation ist recht einförmig. Die Wälder erreichen eine Höhe von 10 bis 15 m, auf günstigeren Standorten bis 20 oder 25 m bei lichtem Kronendach. Der Hauptteil der Biomasse wird von der undurchdringlichen, dornigen Strauchschicht gebildet, die bis 6 m Höhe erreichen kann. Die Bodenschicht wird entweder von niedrigen Kakteenarten oder von zahlreichen Gräsern und Kräutern gebildet, die sich in der Regenzeit rasch ausbilden. Es gibt keine Lianen, jedoch treten Tillandsien und Flechten auf. Zur näheren Charakterisierung des im Detail doch vielseitigem Chaco bedient man sich der dominierenden Baumarten, die sich durch die Ausprägung der Trockenheit begründet. Die trockensten Standorte findet man im Westen am Andenrand, die feuchteren im Osten tritt nur Buschwald auf, so wird er als „Monte“ bezeichnet. Vereinzelt sind Palmenhaine zu finden.

 down 5.4.4.1.1 Die Arten des Chaco
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