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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt

5.4.4 Trockenwälder

Trockenwälder sind vor allem für subtropische Klimabereiche typisch, doch auch in den Tropen wachsen durch austrocknende Passatwinde Trockenwälder.

Grafik: Waldtypenreihe

In Südamerika unterscheidet man die Trockenwälder des Chaco,die Wäldern und Gebüschen der innerandinen Trockentäler, die Karibischen Trockenwälder und die Trockenwälder der Caatinga.

Das Klima als Rahmenbedingung der Vegetation zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten:

  • Die Niederschläge liegen im allgemeinen zwischen 500 und 1200 mm
  • In den Subtropen liegen die Jahresmitteltemperaturen zwischen 19 und 23°C, bei Jahresschwankungen von 10-13°C
  • In den Tropen herrschen das ganze Jahr über 27°C.
  • In beiden Klimaregionen fallen die Niederschläge im Sommer. In den Tropen ist dieser nur durch Niederschläge gekennzeichnet, sie bringen humides Klima, in den Subtropen sind natürlich auch die Temperaturen höher als im Winter, in dem im allgemeinen extrem aride Bedingungen herrschen.

Die flachgründigen, steinigen Böden auf oft felsigem Untergrund haben kaum Möglichkeit, das Wasser zu speichern und unterstützen daher die Trockenheit der Standorte. Beim flachwelligem Relief des Chaco sind die Hangbereiche durch den Wasserabfluss benachteiligt, während in den Tälern ein üppigeres Pflanzenwachstum möglich ist. Gleichzeitig bildet sich durch die teilweise ariden Klimabedingungen in den ebenen, tiefen Lagen in den Böden ein hoher Salzgehalt und wasserundurchlässige Tonschichten. Dadurch fließt das Wasser in der Regenzeit ab und kann nicht im Boden gespeichert werden. Katastrophenartige Überschwemmungen sind beinahe jährlich die Folge. Äolische Sandanhäufungen um die Gehölzpflanzen begünstigen bis zu einem gewissen Grad das Wachstum, bei zu starker Akkumulation kann dieser Effekt aber auch ins Gegenteil kippen (Desertifikation).

Die Pflanzen müssen daher Strategien entwickeln, um sich den äußeren Bedingungen anzupassen, insbesondere an den Wassermangel während der Trockenzeit.

Xerophyten haben verschiedene solche „Tricks“ entwickelt und sich dem Wassermangel angepasst. Die oberirdischen Organe weigern sich vehement, Wasser abzugeben, dafür versuchen sie durch lange, tiefreichende Wurzeln soviel Feuchte wie möglich aufzunehmen. Die Blätter können durch Vertikalstellung der Blattspreize und durch eine Reduzierung der transpirierenden Oberfläche der Austrocknung entgegenwirken.

Die Blätter sind klein, schuppen- oder dornenförmig, oder fehlen zu Gänze. Viele Gebüsche und Bäume besitzen imposante Dornen um sich vor Tierfraß zu schützen. Andere Pflanzen wiederum haben die Strategie das Wasser in ihren Blättern und Stämmen zu speichern – sie sind sukkulent, wie viele verschieden Kakteenarten.

Viele Gehölze werfen zudem ihre Blätter während der Trockenzeit ab – und das kann durchaus für bis zu neun Monate der Fall sein. Das hat den Vorteil, dass sie für die Erstellung ihrer Blätter nur halb so viel Baustoff benötigen, wie ihre immergrünen Kollegen. Sie haben während der Regenzeit größere, dünne Blätter. Auch ihre Assimilationstätigkeit (Photosynthese) ist in der Regenzeit höher, dafür fällt sie in der Trockenzeit praktisch aus. Die Blütezeit legen viele Pflanzen kurz vor Beginn der Regenzeit wenn Luftfeuchtigkeit und Temperaturen ansteigen.

Die Strauchschicht ist dicht und dornig – das begreift jeder, der versucht hat, durch einen Trockenwald zu wandern. Ein Durchkommen ist fast unmöglich. Die Krautschicht wird von vielen Chamaephyten gebildet, weniger aber von Hemikryptophyten und Geophyten.

 down 5.4.4.1 Der Chaco
 down 5.4.4.2 Innerandine Trockenwälder
 down 5.4.4.3 Karibische Trockenwälder
 down 5.4.4.4 Trockenwälder der Caatinga
 down 5.4.4.5 Galeriewälder
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