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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.4 Biodiversität Lateinamerikas - eine ungeheure Artenvielfalt
 up 5.4.3 Subtropische Wälder

5.4.3.1 Subtropisch teilimmergrüne Wälder Südostbrasiliens

Regenwald in Südostbrasilien

Das vom Küstengebirge nach Westen abfallende Ostbrasilianische Bergland zeigt deutliche subtropische klimatische Strukturen: auf Höhen zwischen 400 und 800 m fallen zwischen 1000 und 1600 mm Niederschlag, diese hauptsächlich im Sommer, die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 16 und 19°C, zudem sind hier bereits frostbringende Kaltlufteinbrüche aus dem Süden möglich. Die Wälder breiten sich in den brasilianischen Staaten São Paulo, Rio Grande do Sul, in Ost-Paraguay und in der argentinischen Provinz Misiones aus. Die Ostgrenze wird durch die Serra do Mar scharf gezogen, der Übergang zum westlichen Chaco ist unscharf.

Reinbestände des ursprünglich weitflächig vorhandenen Laubwaldes sind nur mehr wenige vorhanden – kein Gebiet ist so intensiv abgeholzt worden wie die subtropischen Wälder Südost-Brasiliens. Noch vorhandene Reinbestände zeichnen sich durch 25-30 m hohe Bäume aus, mit viel Unterholz, Lianen und Epiphyten. Baumfarne und Palmen prägen das Erscheinungsbild eines Waldes, der in seinen Reinbeständen nur mehr in den argentisch-brasilianisch Nationalparken um die Iguazu-Wasserfälle vorkommt, obschon auch dieser einer intensiven forstlichen Nutzung unterliegt.

Die Entwaldung war jedoch so groß wie in keinem anderen. Der Staat São Paulo war ursprünglich mit 95 % Wald bedeckt, heute sind es nur mehr 8 %. Seit einigen Jahren werden Aufforstungen mit den nicht endemischen Eukalyptus und Pinus-Arten betrieben. Grund für die Ausbeutung war auf der einen Seite die Nutzung der Araukarie als Nadelholz, auf der anderen Seite eroberte der Kaffeeanbau seit 1834 das gesamte Areal des Staates São Paulo. Zum Problem wurde die rasche Ausbeutung des Bodens, sodass immer neue Flächen gesucht werden mussten. Heute hat der Kaffeeanbau den Rio Paraná erreicht, etwa ab 1960 müssen auch Teile des Urwaldes für die Landwirtschaft herhalten, um Felder mit Mais, Soja und Weizen zu bestellen. Die aufgegebenen Kaffeeanbaugebiete wurden zu Rinderweiden, Pferde- oder Schafweiden umfunktioniert, oder verödeten als sekundäre Grassavannen.

 down 5.4.3.1.1 Subtropischer Araukarienwald
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