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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 5 Biodiversität in Lateinamerika
 up 5.3 Allgemeines zu den Überlebensstrategien der Pflanzen
 up 5.3.1 Grundlegendes zur Systematik der Pflanzen und Vegetationsformationen

5.3.1.4 Lebensformen nach Raunkiaer

Aus den verschiedenen Strategien, die Pflanzen entwickelt haben, um die ungünstige Jahreszeit (z.B. Trockenheit oder Kälte) zu überdauern, werden folgende Lebensformen unterschieden

  • Phanerophyten: Bäume und Sträucher, deren Erneuerungsknospen mehr oder weniger hoch über dem Boden an den in die Luft herausragenden Trieben sitzen und daher Frost und Trockenheit ungeschützt ausgesetzt sind.
  • Chamaephyten: Sie halten ihre Knospen knapp über dem Boden (20-50 cm) und sind bei regelmäßiger Schneedecke im Winter geschützt. Hierzu zählen auch die immergrünen und sommergrünen Zwergsträucher.
  • Hemikryptophyten: Stauden, bei denen die Erneuerungsknospen direkt an der Bodenoberfläche sitzen. Oberirdische Sprossen sterben gänzlich ab, oder bleiben nur zum Teil erhalten
  • Kryptophyten: Ziehen während der ungünstigen Jahreszeit ein. Die Erneuerungsknospen liegen entweder in einer bestimmten Tiefe im Boden (Geophyten) oder im Wasser (Hydrophyten). Die unterirdischen Organe dienen zur Speicherung der Reservestoffe. Kryptophyten sind daher besonders geeignet, um längere Trockenphysen zu überdauern und sind in allen ariden Gebieten verbreitet.
  • Therophyten oder anuelle Arten. Sie sterben während der ungünstigen Jahreszeit ganz ab und überdauern diese als Samen. Sie starten jedes Jahr mit dem Nachteil ihre Entwicklung immer von neuem beginnen zu müssen und brauchen daher lange um vegetative Sprosssysteme aufzubauen um zur Blüte und zur Frucht zu gelangen. In kalten Gebieten, wo das Pflanzenwachstum sowieso schon gehemmt ist, geht dieser Vorgang zu langsam. Diese Strategie bewährt sich daher vor allem in Trockengebieten, wo sie auch meist ohne Konkurrenz dastehen.
  • Durch die verschiedenen Überlebensstrategien kommt es dazu, dass bestimmte Klimazonen für bestimmte Lebensformen am geeignetsten sind. In den feuchten Tropen sind daher 61% aller Pflanzen Phanerophyten, in der Wüste hingegen 42 %, ja bis zu 92 % Therophyten.

    In subtropisch-tropischen Gebieten ohne ganz kalte Winterzeit müssen andere Anpassungstypen hinzugefügt werden, z.B. das Auftreten von sukkulenten (wasserspeichernde) Pflanzen. In feuchten Tropen steigt auch die Zahl der Epiphyten und Lianen.

    Lebensformen von Pflanzen
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