Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 3 Hydrologie, oder: Die Gewässer Lateinamerikas
 up 3.4 Gletscherkunde
 up 3.4.3 Verbreitung von Gletschern in Südamerika

3.4.3.1 Im Pleistozän

In den Eiszeiten (Pleistozän) führte die weltweite Tempreraturabsenkung - sie betrug in mittleren Breiten, also im südlichen Südamerika, 8-10°C, in der inneren Tropenzone (beidseits des Äquators) dagegen nur 4°C - in allen Teilen der Kordilleren zu einer im Vergleich zu heute stärkeren Vergletscherung. Dennoch ist das Ausmaß der glazigenen Überformung weit geringer als beispielsweise in den Alpen. Die Lage des größten Teils der Kordilleren in den Tropen und in der Trockenzone - also in Gebieten relativer Höhenlage der klimatischen Schneegrenze - ist dafür weniger verantwortlich als die Tatsache, dass die Hebung der Kordilleren weniger rasch erfolgte und später einsetzte als in den Alpen und bis heute auch noch unvermindert anhält. Dadurch waren heute imponierende Gipfel der inneren Tropenzone während des Pleistozäns noch nicht weit genug herausgehoben, um trotz der eiszeitlichen Schneegrenzdepression in den Innertropen um ca. 400 m gegenüber heute ganzjährige Schneeakkumulation zu erlauben.

Dies ist auch der Grund, warum in großen Höhenlagen der Nordanden ausgedehnte im Pleistozän fluviatil gebildete Terrassen ins Auge treten, die bei Füllung der Täler mit Gletschern natürlich ausgeräumt worden wären. Erst in der Seenregion Südchiles bzw. ihrem Pendant auf der Andenwestseite, der Argentinischen Schweiz, erreichten die eiszeitlichen Gletscherloben das Vorland und schufen dort die zahlreichen Zungenbeckenseen. In Westpatagonien entstand zu dieser Zeit eine großartige Fjord- und Kanallandschaft. Dies war möglich, weil durch die globale Bindung von Wasser in Form von Eis der Meeresspiegel während des Pleistozäns tiefer lag und die Talgletscher ihre Trogtäler tief auskolken konnten. Mit der Erwärmung und dem folgenden eustatischen Meeresspiegelanstieg ertranken die Unterläufe der Trogtäler und bilden die heutigen Fjorde.

Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"