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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 3 Hydrologie, oder: Die Gewässer Lateinamerikas
 up 3.3 Unterirdisches Wasser

3.3.3 Quellen und Brunnen

Quellen sind örtlich begrenzte Austrittstellen von Grundwasser an die Oberfläche. Wird das unterirdische Wasser durch technische Eingriffe erschlossen, spricht man von Brunnen.

Nach der Art der Wasserbewegung unterscheidet man Auslaufquellen (z.Schichtquellen), bei denen die wasserführende Schicht von der Erdoberfläche geschnitten wird und dadurch zutage tritt, von Steigquellen. Bei diesen steht das Grundwasser unter Druck und steigt meist in Spalten oder Schichtfugen auf. Ein Sonderfall sind die artesischen Quellen, bei denen das Grundwasser durch hydrostatischen Druck über die Erdoberfläche hochgepresst wird. Wenn das gespannte Grundwasser angebohrt wird, spricht man von artesischen Brunnen.

Nach der Art des Wasseraustritts können drei Typen unterschieden werden: Flächenhafte Grundwasseraustritte, bei denen das Wasser aus Sand oder Kies sickert. Sie entstehen dort, wo der durchflossene Querschnitt des Aquifer durch Verengung oder Mächtigkeitsabnahme (z.B. Schwelle im Untergrund) nicht mehr ausreicht, das ankommende Grundwasser durchzutransportieren.Rundnischenquellen, die sich durch röhrenförmige Kanäle in Glazialgeschieben oder in leicht löslichen Gesteinen bilden und Kluftquellen, bei denen das Wasser entlang von Schichten, Brüchen, Verwerfungen oder Schieferungsflächen austritt.

Von diesen sog. kalten Quellen sind die heißen Quellen zu unterscheiden. Sie können vulkanischen Ursprungs sein oder bestehen aus Oberflächenwasser, das durch den Kontakt mit noch nicht abgekühltem Magma im Untergrund aufgeheizt wurde. Hierzu gehören die Geysire in am Vulkan Tatio in Nordchile und die vielen heißen Bäder, die sich entlang der Kordilleren befinden.

In vielen ariden Regionen Lateinamerikas ist der Bau von Brunnen oder gar von Tiefbrunnen, die tiefere Grundwasserkörper anzapfen, eine Voraussetzung für menschliches Überleben. Neben der Nutzung des Wassers aus Gebirgsfußoasen oder Flussoasen wird heute in zunehmendem Maße auch Grundwasser für Bewässerungszwecke genutzt. Dies ist, sofern für entsprechene Entwässerung gesorgt wird, angesichts der Erneuerung des Grundwassers auch bis zu einem noch lange nicht erreichten Grade unbedenklich.

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