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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 3 Hydrologie, oder: Die Gewässer Lateinamerikas
 up 3.3 Unterirdisches Wasser

3.3.1 Bodenwasserbewegung

Für die agrarische Produktivität ist das Vorhandensein von ausreichend Feuchtigkeit Grundbedingung. Diese kann durch atmosphärisch in Form von Niederschlägen abgegeben werden oder auch durch den Boden zur Verfügung gestellt werden. Ausschlaggebend dafür ist die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, aber auch seine Fähigkeit zum vertikalen Wassertransport. Die Wasserspeicherkapazität hängt von der Körnigkeit und dem Porenvolumen, aber auch vom Bodentyp ab. Die Ausbildung eines abwärts (Bodenwasserdeszendenz) oder aufwärts (Bodenwasseraszendenz) gerichteten Bodenwasserbewegung ist dagegen klimatisch determiniert. In ariden Klimaten kommt es zum kapillaren Aufstieg des Bodenwassers, das an der Oberfläche verdunstet. Die mitgeführten, im Wasser gelösten Minerale und Salze fallen dabei aus und bilden im Laufe der Zeit Krusten. Durch ständiges Eggen kann der kapillare Aufstieg oberflächennah unterbunden werden und das Bodenwasser im Boden belassen werden. Auf dieser Erkenntnis beruht die Technik des "dry farming", mit dessen Hilfe das Niederschlagswasser von zwei oder drei Jahren im Boden gespeichert wird, bis es für eine Vegetationsperiode und Ernte ausreicht (so etwa jenseits der agraren Trockengrenze im Chaco). Reicht der Jahresniederschlag aus oder wird bewässert, wird in Feldbau mit dem Hakenpflug betrieben, der die Ackerkrume lockert, aber nicht wendet. Das mit aufsteigendem Bodenwasser mitgeführte Salz stellt vor allem für die Bewässerung ein großes Problem dar. Um die Versalzung (und in weiterer Folge die Versumpfung) zu verhindert, muß das Wasser wieder abgeführt werden, um das Salz zu entfernen und den Grundwasserhorizont nicht anzuheben. Deswegen gehört zu einer nachhaltigen Bewässerung auch immer die Entwässerung.

Im vollhumiden Klima herrscht dagegen eine abwärts gerichtete Bodenwasserbewegung. Die wertvollen Minerale werden nach unten transportiert und können dort Anreicherungshorizonte (Lessivierung) bilden. Um den ausgespülten Oberboden wieder mit Mineralen anzureichern, wird hier mit dem Scharpflug die Ackerscholle gewendet.

Für Savannen- und Steppenklimate ist ein Wechsel der Bodenwasserbewegung je nach hygrischer Saison typisch.

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