Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste
 up 3 Hydrologie, oder: Die Gewässer Lateinamerikas
 up 3.2 Limnologie: Die Binnengewässer Lateinamerikas
 up 3.2.1 Die Flüsse Lateinamerikas

3.2.1.2 Entwässerungsregionen

Nach der Entwässerungsart ihrer Einzugs- und Durchzugsbereiche lassen sich auch in Südamerika verschiedene Flusstypen identifizieren:

Rio Deseado

Flüsse, die in humiden Regionen entspringen, auf dem Weg durch aride Landschaften ihr Wasser verlieren oder in einen Endsee münden, werden als endoreisch bezeichnet. Solche Flüsse sind z.B. der Río Pilocomayo oder der Río Dulce in Argentinien, die sich in abflusslose Endseen ergießen.Der Río Dulce ensteht aus der Vereinigung mehrerer Flüsse, die von den feuchten Osthängen der Sierra de Anconquija herabkommen. In vielen Windungen durchzieht er die südliche Chaco-Ebene. Obwohl seine Quellen in einem der regenreichsten Gebirge Argentiniens liegen, verliert der Río Dulce so viel Wasser durch Verdunstung und Versickerung (und seit dem 20. Jh. auch durch Bewässerung), daß er nur zeitweise das Mar Chiquita, einen der großen Salzseen des argentinischen Interior erreicht.

Allein in Argentinien hat eine Fläche von der dreifachen Größe Frankreichs keinen Abfluss zum Meer! Solche Regionen werden auch als Gebiete der Binnenentwässerung (oder: abflusslose Gebiete) bezeichnet.Hauptgebiete dieser Binnenentwässerung sind der zentrale Teil des paraguayischen Chaco, der Streifen zwischen Pilcomayo und Bermejo, das Gebiet zwischen Bermejo und dem nördlichen Río Salado, das große zusammenhängende Gebiet der Puna und des bolivianischen Altiplano, der Großteil der Pampinen Sierren Argentiniens (mit Ausnahme der Einzugsbereiche von Río Tercero, Río Cuarto), die Pampa bis dicht an den Río Colorado und das Gebiet zwischen Río Negro und Río Senguerr (mit Ausnahme des Fremdlingsflusses Río Chubut).

Rio Chico

Flüsse, deren Quellen im ariden Gebiet liegen und dieses auch nicht verlassen, werden als areische Gewässer benannt. Der längste Fluss Chiles, der Río Loa, gespeist aus den Schmelzwässern von Andengletschern in extrem ariden Gebiet ist ein solcher Fluss. Andere Fließgewässer entspringen zwar in humiden Regionen und münden auch in solchen, durchqueren auf ihrem Lauf aber aride Gebiete und erleiden dabei nicht selten große Wasserverluste. Dies sind diareische Gewässer. Da ihre Existenz in den Trockengebieten nicht aus den dort herrschenden klimatischen Bedingungen erklärt werden kann, werden sie auch auch Fremdlingsflüsse (auch: allochthone Flüsse) bezeichnet. Die Flussoasen des Kleinen Nordens Chile, aber auch alle Flüsse Ostpatagoniens sind derartige Fremdlingsflüsse. Sie entspringen in der regenreichen Kordillere, erhalten aber auf ihrem Weg durch das trockene Steppenland des Kleinen Nordens bzw. der patagonischen Pampa keine Zuflüsse mehr. Ihre Wasserführung hängt allein von den Regen- und Schneefällen in den Anden ab. Verglichen mit ihrer Lauflänge erscheint ihr Einzugsbereich daher klein. Die kastenförmig eingesnkten Täler sind im Mittel- und Unterlauf breit, die Flussbetten gewunden und mit Kies- und Sandbänken durchsetzt. Sie sind für die Flussschiffahrt unbrauchbar. Eiszeitliche Terrassen bieten jedoch hervorragende Möglichkeiten für die Anlage von Bewässerungskulturen, während die Flussaue selbst allenfalls für Weidezwecke nutzbar ist.

Autochthone Flüsse dagegen fließen in humid-semihumiden Großregionen, die den Nachschub von Wasser gewährleisten. Die drei großen Stromsysteme Südamerikas gehören diesem Typus an.

In aller Regel (Ausnahme: Karstregionen) sind die autochthone Flüsse perennierendAbflußregime), d.h. durch ihr Bett strömt ständig und während des ganzes Jahres Wasser. Die endoreischen und diareischen Flüsse können durchaus auch periodisch sein d.h. dass sie regelmäßig - etwa in der trockensten Jahreszeit - ihre Wasserführung völlig verlieren. Areische Flüsse sind sogar zuweilen episodisch, d.h. dass sie nur nach Regenereignissen Wasser führen (z.B. Wadis).

 down 3.2.1.2.1 Abflussregime
Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"