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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 3.2 Limnologie: Die Binnengewässer Lateinamerikas
 up 3.2.1 Die Flüsse Lateinamerikas
 up 3.2.1.1 Sedimentführung
 up 3.2.1.1.1 Weißwasserfluss
 up 3.2.1.1.1.1 Dammuferfluss

3.2.1.1.1.1.1 Amazonas

DerAmazonas (vgl. Geologie des Amazonasbeckens) ist in Bezug auf sein Einzugsgebiet, die Anzahl der Nebenflüsse, die Abflussmenge der größte Strom der Welt und mit einer Länge von etwa 6nach dem Nil der zweitlängste Fluss. Sein Einzugsgebiet umfasst mehr als sieben Mio. km², von denen etwa die Hälfte in Brasilien liegt, während der Rest auf Peru, Ecuador, Bolivien und Venezuela verteilt ist. Der Wasserabfluss des Amazonas beträgt zwischen 34 und 121Liter pro Sekunde. Ein Fünftel des Süßwassers, das in die Weltmeere fließt, stammt aus dem Amazonas.

Karte: Amazonas Einzugsgebiet

Die größten Quellflüsse des Amazonas, der Río Ucayali und der Río Marañón, entspringen im ewigen Eis der Hochanden und fließen parallel zueinander nach Norden, bis sie sich bei Nauta in Peru vereinigen. Von dieser Stelle an fließt der Hauptstrom des Amazonas in östlicher Richtung zum Atlantik; bis zur Mündung des Rio Negro bei Manaus nennt man ihn in Brasilien Rio Solimões. Der Amazonas mündet mit einer etwa 250breiten Trichtermündung in den Atlantik. Dort lagert er seine Sedimente (täglich durchschnittlich 3 Mio. t) ab, die ein Labyrinth von Inseln bilden, wodurch der Fluss in einzelne Arme aufgeteilt wird. Allein die Mündung des Hauptstromes, der Rio Pará, ist 80breit. Bei Neu- oder Vollmond bewegt sich eine Flutwelle, die vom Meer kommt, mit einer Geschwindigkeit von mehr als 65pro Stunde etwa 650flussaufwärts. Dabei entstehen oft Wellen mit einer Höhe bis zu fünf Metern.

Das gesamte Einzugsgebiet des Amazonas liegt in den inneren Tropen. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt im Mittel- und Unterlauf etwa 26bei einer Luftfeuchtigkeit von über 80Schwere Regenfälle ergießen sich während des ganzen Jahres, insbesondere zwischen Januar und Juni, auf große Teile des Tieflandes. Jahreszeitliche Veränderungen der Niederschlagsmengen spiegeln sich in Breite, Fließgeschwindigkeit und Abflussmenge des Flusses wider. Im Jahresdurchschnitt fallen zwischen 2und 3Niederschlag. In Brasilien ist der Fluss bei Niedrigwasser zwischen 1,6und zehn Kilometer breit und verbreitert sich – da das ihn umgebende Land überwiegend flach ist – bei der jährlich wiederkehrenden Flut bis auf mehr als 50Die Fließgeschwindigkeit schwankt zwischen 2,4 und 8 km/h, und der Wasserspiegel steigt bei Hochwasser oft 15über Normalhöhe. Aufgrund dieser riesigen Wassermenge hat der Amazonas ein tiefes Bett in der Ebene gegraben, durch die er fließt. Bei Óbidos in Brasilien beträgt seine Tiefe im Mittel gut 90

Daher kann der Amazonas auch von Hochseeschiffen jeder Größe auf zwei Dritteln seiner Länge befahren werden. Manaus, das fast 1von der Küste entfernt liegt, hat einen Hafen für Hochseeschiffe. Schiffe bis zu 3können darüber hinaus auch noch Iquitos in Peru anlaufen, das sich 3von der Amazonasmündung befindet; die Stadt ist damit der am weitesten vom Meer entfernte Seehafen. Flussschiffe mit geringerer Tonnage können außerdem mehr als 100 der größeren Nebenflüsse befahren.

Der Amazonas ist ein klassischer Dammuferfluss, der jenseits des Dammes eine überaus breite Flussaue (Várzea) besitzt. Diese grenzt mit einem Steilufer an die sog. terra firme, eine aus jungen Sandsteinen gebildete Ebene.

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