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Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
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 up 4 Klimatologie, oder: Klimatische Grundstrukturen und -prozesse in Lateinamerika
 up 4.2 Dynamische Klimatologie - Grundzüge der atmosphärischen Zirkulation in Lateinamerika
 up 4.2.4 Allerlei Wissenswertes über die Trockengebiete Lateinamerikas
 up 4.2.4.1 Ursachen von Trockenheit

4.2.4.1.5 Das Wüstenklima

Mögen Ursachen und Erscheinungsbild mancher verschieden sein, bestimmte klimatologische Eigenschaften gelten für alle Trockengebiete.

  • Niederschläge fallen (außer aus Taufall in Nebelwüsten) bestenfalls periodisch, meistens episodisch, jedoch konzentriert auf eine bestimmte Jahreszeit. Wenn Regen fällt, dann oft als wolkenbruchartiger Platzregen, der gefährliche Flutwellen verursachen kann. Die Folge sind sogenannte Schichtfluten, die den flächenhaften Abtrag, der für diese klimageomorphologische Zone reliefbildend ist, fördern.
Grafik: Die Sonora-Wüste
  • Die Niederschläge fallen mit einer hohen räumlichen und zeitlichen Variabilität. Die Regenfälle treten lokal sehr begrenzt auf und weisen eine für alle Trockengebiete charakteristische Niederschlagsvariabilität auf. Demnach sind langjährige Mittelwerte ohne wirkliche Aussagekraft. Es gilt die Faustregel: je trockener das Klima, desto höher auch seine Niederschlagsvariabilität. Besonders dort, wo Ackerbau und Viehzucht auf einen gewissen jährlichen Betrag an Niederschlag angewiesen sind, leiden Landwirte ganz besonders unter dem Phänomen der jährlich stark wechselnden Regenmengen.
Skizze: Niederschlagsvariabilität in Lateinamerika
  • Alle Wüsten zeigen hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, da die Wolkenarmut tagsüber durch die hohe Sonneneinstrahlung zu intensiver Erwärmung der Erdoberfläche führt, nächtens indessen hohe Abstrahlungsverluste für kalte Temperaturen sorgen. Selbst in die randtropischen Trockengebieten Südamerikas sind vor Nachtfrösten nicht ganz sicher, es bleibt aber festzuhalten, dass dies Ausnahmen sind. Im Jahresgang auftretende hohe Temperatur sind auf außertropische Wüstengebiete beschränkt. Hier können sehr tiefe Temperaturen auftreten, auch mit Schneefällen durchaus gerechnet werden.
  • Wüsten sind durch geringe Luftfeuchte, häufige Winde und extrem hohe potentielle Evapotranspirationsraten (theoretisch mögliche Gesamtverdunstungsraten) gekennzeichnet. In der Atacama treten z.B. potentielle Verdunstungsraten bis zu 5000 mm pro Jahr auf.

Freilich haben nicht alle Wüsten geringe Luftfeuchtigkeitswerte. In den Nebelwüsten der chilenisch-peruanischen Küste können nächtliche Werte von 100% relativer Luftfeuchte auftreten. Durch die nächtliche Abkühlung kommt es dort zu Tauniederschlag, der durch spezielle Netzkonstruktionen („Nebelfallen“) zur Sammlung dieses reinen Trinkwassers, auch wirtschaftlich nutzbar gemacht werden kann.

Dringt Wasser in den Boden ein, so verläuft die Wasserbewegung im Boden, nicht wie sonst üblich, der Schwerkraft folgend, sondern nimmt die entgegengesetzte Richtung ein (aszendierende Wasserbewegung). Durch die starken Verdunstungssog wird dem Boden Wasser entzogen. Salze und Minerale bleiben zurück und bilden so Krusten und Salzböden.

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