Es sind noch andere trockene Küstenbereiche in Südamerika zu finden. Dazu gehört auch das litorale Trockengebiet Patagoniens. Obwohl dort mit dem Falklandstrom zwar auch ein kalter Meeresstrom vorbeizieht, ist die Trockenheit immer noch mit der Regenschattenwirkung der Anden zu erklären. Diese Wirkung wird bestenfalls verstärkt.
Einige Trockengebiete liegen relativ nahe dem Äquator, wo das Klima normalerweise den Köppenschen A-Klimaten zugerechnet werden sollte. Hierzu gehören die venezolanische und die kolumbianische Halbinsel Guajira, die Halbinsel Paranagua mit den vorgelagerten Inseln unter dem Winde. Die Aridität setzt sich hier aus drei Komponenten zusammen:
- Das Gebiet liegt ganzjährig im Bereich der annähernd küstenparallel wehenden Passate.
- Diese werden durch das zunehmende Druckgefälle gegen das äquatoriale Hitzetief über den Anden beschleunigt, was eine Zunahme der Windgeschwindigkeit zur Folge hat.
- Im Bereich der Inseln unter dem Winde geht der an sich warme Süd-Äquatorial-Meeresstrom in die noch wärmere Karibische Strömung über. Aufgrund der Corioliskraft erfährt aber dieser warme Strom genau hier eine Rechtsablenkung und strömt ablandig weiter, sodass kühleres Tiefenwasser aufdringen kann. Der Folgeeffekt kann mit klassischen Küstenwüsten verglichen werden.
In kaum ein Schema lassen sich die Trockengebiete Nordostbrasiliens pressen. Hier wäre monsunaler (zenitaler) Sommerregen zu erwarten, der mit der Innertropischen Konvergenz nach Süden wandert. Die Verschiebung kann durch Umpolungen der WALKER-Zirkulation (breitenkreisparallele tropische Zirkulation mit abzeigenden Ast über Kaltwasser- und aufsteigendem Ast über Warmwassergebieten oder Festland, die mit Schwankungen der Ozeanoberflächentemperatur korelliert) erklärt werden. Hinzukommen ein abgeschwächtes Azoren-Hoch, das Trockenheit bringt. Auch dringt die Innertropische Konvergenz in manchen Jahren nicht weit genug nach Süden vor, woraus eine hohe Niederschlagsvariabilität resultiert. |