Logo
Naturräume Lateinamerikas
Von Feuerland bis in die Karibik
Univ. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Hannes Hoffert
Institut für Geographie der Universität Innsbruck
Home
Sitemap
Vorherige
Nächste

Geomorphologie, oder: Das Relief Lateinamerikas

Die Geomorphologie(aus dem Griechischen „ge“ = Erde oder Land, „morphe“ = Form und „logia“ = Kunde) erfasst, beschreibt und erklärt die Erdoberfläche im Ganzen und in ihren Teilen, nach den vorkommenden Formen und Strukturen, den diese bildenden Kräften und der zeitlichen Entwicklung, die zu den gegenwärtigen Formen und Strukturen geführt hat. Je nach Erkenntnisziel kann die Geomorphologie als Morphographie (Messen und exaktes Beschreiben der Formen), Morphogenese (Erklärung der Formentstehung), Morphodynamik (Erforschen der derzeitig ablaufenden Prozesse) ausgebildet sein. Im Laufe der Wissenschaftsgeschichte haben sich eine strukturgeomorphologische Schule (Betonung der Bedeutung des Gesteins und der tektonischen Kräfte) und eine klimageomorphologische Schule (Betonung der Bedeutung des gegenwärtigen und früheren Klimas auf die Formungsprozesse) herausgebildet.

Wie bei anderen Geowissenschaften auch, kann man schließlich zwischen Allgemeiner und Regionaler Geomorphologie unterscheiden:

Die Allgemeine Geomorphologie stellt den nomothetischen Teil dar, der sich mit regelhaften Beziehungen zwischen Gestalt der Erde und den formenden Prozessen beschäftigt und zum Ziel hat, allgemein gültige Gesetzmäßigkeiten zu ergründen.

Die Regionale Geomorphologie untersucht die spezifischen (=idiomorphen) Eigenschaften einer Region und hat die Landformen individueller Gebiete zum Gegenstand. Wegen der von Ort zu Ort unterschiedlichen Zusammensetzung der einzelnen Geofaktoren in der Gegenwart und Vergangenheit ist auch die Kombination Landform und Prozeßgefüge unterschiedlich und einzigartig.

none

Gerade in Lateinamerika ist die Reliefformung jedoch sowohl von den geologischen Grundstrukturen als auch von den jeweiligen klimatischen Verhältnissen abhängig. Der große Gegensatz zwischen dem jungen Gebirge der Anden, den alten Kratonen und den Tiefländern bestimmt das Großrelief des Kontinents. So wird die regionale Darstellung der Oberflächengestalt oft diese durch die Geologie vorgegebenen naturräumlichen Großeinheiten zurückgreifen. Dennoch ist das (Gesteins-) Substrat nur ein Faktor der Reliefgestaltung, mindestens ebenso wichtig sind Verwitterung und Abtragung, und diese werden durch das Klima determiniert. Viele heute noch erhaltene Formen gehen aber auf früher herrschende Klimabedingungen zurück. Demzufolge ist eine wichtige Aufgabe der Klimageomorphologie die Bestimmung von in unterschiedlichen Klimaepochen entstandenen Reliefgenerationen. Nur marginal haben auch Boden und Vegetation Einfluss auf die Reliefform. Sie sind zunächst wie das Relief als Resultierende aus Substrat (Gesteinsuntergrund) und Klima zu sehen, dennoch bestehen zum Teil auch Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Geofaktoren (z.B. Unterschiede der Karstformen nach Vegetationsbedeckung: nackter und bedeckter Karst, Hangstabilität in Abhängigkeit von der Vegetationsbedeckung).

 down 2.1 Allgemeine Geomorphologie
 down 2.2 Regionale (Struktur-)Geomorphologie
 down 2.3 Regionale (Klima-)Geomorphologie
Hilfe Seitenanfang
Home Sitemap Suche Bilder Vorherige Nächste

Letzte Aktualisierung dieser Seite:
Öffne externe Links in neuem Fenster?

© Copyright "Lateinamerika-Studien Online"