Widerstand formierte sich auch in den Basisgemeinden der Kirche, wo sich die Schwarzen-, Frauen-, Landarbeiter- und Stadtviertelbewegungen trafen. Die US-amerikanische Frauenbewegung hatte Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre auch die brasilianische feministische Diskussion beeinflusst. 1978 wurde in São Paulo der erste brasilianische Frauenkongress abgehalten, zwei Jahre später der zweite; die Forderungen beinhalteten trotz der Heterogenität der Gruppen die rechtliche Gleichstellung mit Männern. Themen wie Asymmetrien der Geschlechterverhältnisse, sexistische Verhaltensweisen, strukturelle Gewalt, die Negation der Arbeitsleistung im reproduktiven Bereich, die Familienplanung und Abtreibung wurden diskutiert; die Frauen forderten aber auch die uneingeschränkte politische Amnestie.
In verschiedenen Städten wurden ab 1980 Frauenzentren, Notrufgruppen (SOS-Mulher) sowie Frauenpolizeistellen in großen urbanen Zentren nach dem Motto "Wer liebt, der tötet nicht" eingerichtet. Nach der Vorkämpferin der brasilianischen Frauenbewegung, Bertha Lutz, wurde ein politischer Kongress benannt. Während sich die feministisch orientierten Gruppen eher aus der städtischen Mittelschicht rekrutierten und akademisch gebildet waren, formierten sich die Frauen der Unterschichten auf der Ebene der Stadtviertel, um Sanierungen, Gesundheitsversorgung und Kindergärten zu erkämpfen, Fortbildungskurse zu organisieren und Volksapotheken einzurichten.
1983 wurde das Frauennetzwerk "rede mulher" gegründet, das im Kultur- und Bildungsbereich vielfältige Initiativen, von Theateraufführungen bis zu Radiosendungen startete. Viele gesellschaftliche Forderungen der Frauenbewegung wurden als antizipatorischer Akt in die Verfassung von 1988 aufgenommen, sie werden in der sozialen Wirklichkeit allerdings nur in Ansätzen eingelöst. Gerade die Alltagserfahrung armer Frauen ist nach wie vor stark von struktureller und sexueller Gewalt, von sozialer und ethnischer Diskriminierung geprägt, was sich im Lohnniveau und dem Zugang zu Bildung manifestiert (Caipora 1991, Rott 1994). 1997 hatten Frauen 7% der Sitze in der Deputiertenkammer und 7,4% im Senat.
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