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Jahrestagung der ARGE Österreichische Lateinamerika-Forschung 2002
Lateinamerika und Europa - Verflechtungen und Wechselwirkungen

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 up 2 Themenkreis Politik und Gesellschaft

2.2 Margit Pollheimer:
Aufwachsen an der Grenze zweier Welten. Jugendliche in Tijuana, Mexiko.

Im Sommer 1999 führte ich in einem „Mittelschichts“-Stadtviertel in Tijuana eine Feld-forschung bei Jugendlichen durch und schrieb darüber meine Diplomarbeit (Titel: Aufwachsen an der Grenze zweier Welten. Eine Fallstudie zum Leben Jugendlicher in Tijuana, Mexiko; Betreuung durch Dr. Elke Mader). Im Referat sollen die Ergebnisse dieser Arbeit vorgestellt werden.

Dabei wird nach einer kurzen Beschreibung von Tijuana und der Grenze Mexiko – USA auf die Situation der Jugendlichen in dem Stadtviertel eingegangen. (Sollte es zeitlich möglich sein, werde ich eine charakteristische Ausdrucksform von Jugendkultur unter mexikanischen Jugendlichen auf beiden Seiten der Grenze vorstellen: den cholismo.) Es geht weiters darum, wie die Jugendlichen ihr Leben an der Grenze zu den USA bzw. die USA selbst einschätzen, welche Vor- und Nachteile sie sehen und wie sich dies auf den Migrationswunsch der Jugendlichen auswirkt. Ein wichtiger Aspekt, der damit in Zusammenhang steht, ist die Bedeutung von familiären Netzwerken, die Migration nicht nur erleichtern, wie in der Migrationsliteratur oft beschrieben wurde, sondern sie auch verhindern können. Durch die Nähe zu den USA und den vielen Verwandten, die in den USA leben, haben viele Jugendliche die Möglichkeit, eine differenziertere Sicht der USA zu erwerben als Personen aus dem Süden Mexikos. Zusammen mit der wirtschaftlichen Situation in Tijuana folgt daraus, dass weit weniger Jugendliche in die USA migrieren wollen, als zu erwarten wäre. Die Jugendlichen leben gern in Tijuana. Abschließend bleibt festzuhalten, dass sie – trotz der großen Heterogenität, die ich unter den Jugendlichen beobachten konnte - eine sehr positive Sicht ihrer Zukunft haben.

Mag. Margit Pollheimer, geb. 1976 in Wien; von 1995 bis 2001 Studium der Völkerkunde und Pädagogik; Schwerpunkte Lateinamerika, Jugend, Migration, Flüchtlinge; Studium der Psychologie seit 1995; Teilnahme am Lateinamerika-Lehrgang seit 2001; Aufenthalte in Mexiko, Ecuador, Brasilien.

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