Thema und Problemstellung
In Brasilien ist das Phänomen der Kinderarbeit weit verbreitet: es arbeiten
3 Mio. Kinder zwischen 10 und 14 Jahren. In ländlichen Regionen besuchen 42%
der Kinder keine Schule. Eine Region, die besonders von Kinderarbeit betroffen
ist, befindet sich im Nordosten von Brasilien im Bundesstaat Bahia, wo vor allem
Sisal angebaut wird. Die Sisalregion ist das Arbeitsgebiet von MOC (Movimento
de Organização Comunitária) und des PETI Programmes (Programa de Erradicação
do Trabalho Infantil). Es umfaßt 27 Munizipien (Gemeinden), eine Fläche von
35.000km² und hat eine Bevölkerungsanzahl von ca. 800.000 EinwohnerInnen, von
denen rund 2/3 auf dem Land leben.
Fragestellung und konzeptueller Rahmen
Am Beginn meiner Arbeit steht die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema
Kinderarbeit. Die Geschichte der Kinderarbeit wird in groben Zügen aufgearbeitet
und neue Formen der Betrachtungsweisen werden diskutiert und gegenübergestellt.
Infolge der wachsenden Zahl arbeitender Kinder und des gestiegenen Problembewußtseins
der brasilianischen Gesellschaft wurden von verschiedenen NGOs Projekte zur
Prävention und Bekämpfung der Kinderarbeit ins Leben gerufen. Ich habe eine
Analyse eines Programms (PETI) durchgeführt, das sich mit der Thematik Kinderarbeit
beschäftigt und Lösungsansätze für die Region zu erarbeiten sucht. Ihr Konzept
"Bildung als Weg aus der Armut" soll analysiert und seine Effektivität und Nachhaltigkeit
untersucht werden.
Nicola Leicht, geboren in Wien am 28.9.1976. WS 1995/96 Beginn des Studiums
der Soziologie und Ethnologie. Seit WS 2001/2002 Teilnahme am Lateinamerika-Lehrgang.
Mehrere Aufenthalte in Lateinamerika und Mitwirkung bei Sozialprojekten, letzter
Aufenthalt 2001 in Brasilien für 5 Monate im Zuge der Feldforschung für die
Diplomarbeit. |