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Jahrestagung der ARGE Österreichische Lateinamerika-Forschung 2002
Lateinamerika und Europa - Verflechtungen und Wechselwirkungen

Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 3 Themenkreis Wirtschaft und Recht

3.3 Clemens Koblbauer:
Ressourcenmanagement in einem andinen (Bolivien/Cochabamba) Bergbauerndorf am Beispiel des Waldmanagement und der Nutzung heimischer Baum- und Straucharten.

Der Vortrag baut auf einer Feldforschung für die Diplomarbeit (Manejo del monte y uso campesino de las especies forestales en el monte de la subcentral Sanipaya, provincia Ayopaya, departamento Cochabamba, Bolivia), die in der Subcentral Sanipaya durchgeführt wurde. Sanipaya liegt im bolivianischen Bundesland Cochabamba, das sich in der Klimazone „valle“ befindet. Diese Talregion liegt in der „Cordillera Real“ auf etwa 2500 m Seehöhe und bietet günstige Bedingungen für Getreide (Mais) und Hackfrüchte.

Die Bauern aus Sanipaya unterteilen ihr Dorfgebiet in 3 verschieden agrarökologische Zonen (Loma, Valle, Bajial), die sich durch verschiedene Klimabedingungen auf Grund der Meereshöhe (von 1.700m – 3.800m) sowie Bodenverhältnisse definieren und somit kann man bestimmte Anbauzonen für einzelne Kulturarten erkennen.

Das Management der natürlichen Ressourcen basiert auf dem traditionellen ökologischen Wissen (TEK), das in vier unterschiedliche Bereiche unterschieden wird. Als Überbau funktioniert die andine Weltanschauung ausgedrückt in Ritualen und Mythen. Weiters spielt die soziale Organisation eine wichtige Rolle in Entscheidungsprozessen für landwirtschaftliche Operationen, die im TEK als traditionelle Bewirtschaftungspraktiken bezeichnet werden. Als letzte Ebene gilt das lokale Wissen über Fauna, Flora und Umwelt, das durch genaue Naturbeobachtung generiert wurde. Die ethnobotanische Felduntersuchung der heimischen Baum- und Straucharten (Wald liegt im Bajial) zeigt ein ausgeglichenes Futterangebot in Qualität und Quantität. Zusätzlich wird der Wald für medizinische Zwecke, Brennholz, Bauholz, Werkzeug, Nahrungsmittel in Form von Früchten und als Umweltindikator genutzt.

Mag. Clemens Koblbauer geboren am 11. März 1975; 1994-2001 Studium der Landwirtschaft und Fächertausch an Universität für Bodenkultur in Wien; verschiedene Auslandsaufenthalte u.a. Feldeinsatz für die Diplomarbeit in Bolivien, Interdisziplinäres Ausbildungsprojekt für Entwicklungszusammenarbeit mit Feldeinsatz in Pakistan (TU-Wien), Praktikum an verschiedenen ÖED-Projekten in Ecuador (ÖED-Projektes „Weltanschauung“); Seminar zum Thema Agrarökologie und Indigenes Wissen von Prof. Miguel Altieri und Stefan Rist; Tutor und Ferialarbeit am Institut für ökologischen Landbau.

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