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Jahrestagung der ARGE Österreichische Lateinamerika-Forschung 2002
Lateinamerika und Europa - Verflechtungen und Wechselwirkungen

Österreichisches Lateinamerika-Institut
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 up 4 Themenkreis Geschichte

4.1 Jürgen Stowasser:
„Sagt, Kinder, wer war hier der Wilde?" Interkulturalität und Aufklärung in deutschsprachigen Quellen des 18. Jahrhunderts.

Den Ausgangspunkt bildet ein heute wenig rezipiertes Werk, das zu seiner Zeit jedoch zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen erfuhr: Joachim Heinrich Campes dreibändiges Kinderbuch Die Entdeckung von Amerika (1782-88), in dem am Beispiel der Eroberungszüge von Kolumbus, Cortés und Pizarro die Begegnung Europas mit dem Anderen dargestellt und auch hinterfragt wird.

Ein close reading von Campes Amerika-Trilogie und die Lektüre anderer Texte der Zeit lassen ein durchaus heterogenes Bild von Lateinamerika erkennen. Im Vortrag soll dabei vor allem auf die zeitgenössische Diskussion der Conquista sowie die Darstellung der Indigenen eingegangen werden. Zu fragen ist dabei, welcher Platz den Anderen im Projekt der Aufklärung zugedacht wurde und inwieweit auch Topoi herausgebildet wurden, die sich längerfristig im Lateinamerika-Diskurs etablieren konnten. Abschließend wird untersucht, wie die europäische - und eben gerade auch die deutschsprachige - Debatte über die Indigenen der Amerikas in Lateinamerika rezipiert und dort auch Teil des Legitimationsstrategien der politischen Elite wurde (hier zu zeigen am Beispiel des Modernisierungsdiskurs im mexikanischen Porfiriato).

Jürgen Stowasser, (Wien): Ethnologe, mehrere Archiv- und Feldforschungsaufenthalte in Mexiko. Spezialgebiet: Frühkoloniales Mexiko, Aztekische Bilderhandschriften, Interkulturelle Semiotik und Hermeneutik (www.univie.ac.at/meso).

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