Die Globalisierung ist eine Bedrohug für die Minderheitensprachen der Welt. Das Prestige, bzw. die ökonomische und politische Macht, die mit den dominierenden Sprachen verunden sind, verursacht die Tendenz in den neuen Generationen der MigrantInnen in europäischen Ländern, sowie auch der indigenen und kreolischen Gemeinschaften Lateinamerikas, die Sprache der Eltern zu verachten und zu verlassen. Ist diese Tendenz irreversibel? Welche Konsequenzen kann der Sprachverlust in der Identität der Menschen und der Gemeinschaften verursachen? In wie fern ist es möglich und sinnvoll, Maßnahmen zur Erhaltung einer bedrohten Sprache zu treffen?
Obwohl die soziohistorische Kontexte der zwei Kontinenten sehr verschieden sind, sind die Sprachkontaktphänomäne parallel. Im Rahmen der Universalen Sprachenrechte und der Grundsätze der Soziolinguistik, werden wissenschaftliche Basis für die Bearbeitung einzelner Fälle vorgestellt. Es handelt sich um die Prinzipien für die Diagnose der Vitalität einzelner Minderheitensprachen und dessen Revitalisierung durch eine sprachliche und Erziehungspolitik. Grundsätzliche Voraussetzungen für die Revitalisierung einer Sprache sind der Wunsch der Sprecher sie zu erhalten und weiterzugeben, sowie auch die Anwesenheit günstiger externen Bedingungen. Die Verteidigung einer Sprache besteht daran, Lebensräume für die Benutzung der Sprache zu gewinnen, und das bedeutet, dass die Möglichkeiten der Kommunikation verbreitet und eine sprachliche und kulturelle Entwicklung gefördert werden sollen.
Magister Ruth Pappenheim ist Sprachwissenschaftlerin und beglaubigte Übersetzerin bzw. Dolmetscherin Englisch-Spanisch/Spanisch-Englisch. Sie hat ihre Karriere vorwiegend an der Universidad Nacional de Colombia aufgebaut, wo sie als Englischlehrerin sowie als Linguistin in den Bereichen der Soziolingistik, der Etnographie der Kommunikation und der Diskursanalyse tätig war. Sie ist Autorin von zwei Serien von Lehrbüchern für Englisch als Fremdsprache, sowie auch von verschiedenen wissenschaftlichen Artikeln. Im Jahre 2002 verbrach sie ihr Sabbat Jahr als Gastforscherin am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Derzeit ist sie als selbstständige Linguistin in Wien tätig. |