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Beiträge aus der Presse, der Fachliteratur und der Politik sind oft versucht die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) als das geeignete Modell für den Mercosur darzustellen. Von der EU abgeleitete Bezeichnungen für verschiedene Organe im Mercosur; in einigen Arbeiten (u.a. Lavagna und Giambiagi, 1998) vorgeschlagene Instrumente, die eindeutig Anleihe an der EU nehmen; wiederholte Bekundungen der politischen Elite Mercosurs ein Konvergenzprogramm ähnlich der EU einsetzen zu wollen, das in eine Währungsunion münden soll etc., erwecken den Eindruck, dass die EWWU das einzig logisch richtige Vorbild für Mercosur ist. Bei genauerer Betrachtung der institutionellen Ausgestaltung des Mercosur sowie der ökonomischen und auch politischen Rahmenbedingungen wird deutlich, dass einerseits nicht nur entsprechende Vergleiche zwischen den beiden Integrationsschemen problematisch sind, sondern auch andererseits bei der Wahl der Instrumente Rücksicht auf die Rahmenbedingungen genommen werden sollte. Instrumente, die für die EWWU geeignet sind, sind nicht automatisch für den Mercosur optimal.
Dr. Ralf Kronberger, geboren 1971; Schulbildung: Mathematisch-Naturwissenschaftliches Bundesrealgymnasium (BRG Innsbruck); Universitäre Ausbildung: Studium der Internationalen Wirtschaftswissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck; Doktoratstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Derzeitige Anstellung: Wirtschaftskammer Österreich; Referent der Abteilung Finanz und Handelspolitik / Referat für Internationalen Dienstleistungshandel (ab 12/2001) Tätigkeitsbereich: GATS, div. bilaterale EU-Ratsarbeitsgruppen. Nebenbeschäftigungen: Fachhochschule Wiener Neustadt; Tätigkeitsbereich: Lektorat für Seminar aus Wirtschaftspolitik. |