Cardús empfahl, dass sowohl den Guarayos-Jungen als auch den Mädchen der mündliche Gebrauch und das Lesen auf Castellano (Spanisch) beigebracht wird. Er wollte dadurch den Religionsunterricht „rationalisieren“: Durch das eigenständige Lesen würden die Indígenas die christliche Doktrin besser verstehen und leichter erlernen. Dies würde für den Konversor eine zeitliche Ersparnis bedeuten.
Die nachfolgenden Patres setzten nur einzelne Schritte für eine verstärkte Castellanisierung. Der zeitweilige Personalmangel war zwar ein Grund dafür, schwerwiegender waren aber die Bedenken, die die Patres gegenüber dieser Entwicklung äußerten. Sie fürchteten nämlich, dass mit einer verstärkten Castellanisierung auch eine Übernahme der schlechten Sitten der „Weißen“ erfolgen würde.
In den „Escuelas superiores“ wurde „auserwählten“ Guarayos-Jungen ein Spanischunterricht erteilt. Die Patres erarbeiteten zu diesem Zweck weitere Lehrmaterialien, unter anderem eine vereinfachte spanische Grammatik. Der Erfolg dieses Unterrichts wurde aber häufig durch sprachliche Schwierigkeiten des Lehrpersonals gehemmt. Dieses beherrschte großteils nicht beide Sprachen (spanisch und guarayo).
Die mündliche Verwendung des Castellanos fand zudem teilweise Einzug ins religiöse Leben. Sowohl Gebete und Gesänge als auch der Katechismus wurde den Guarayos in beiden Sprachen gelehrt. Da die Texte nur gesungen oder nachgesprochen wurden, kann aber nicht von einem Spracherwerb gesprochen werden. |