Seit 1850 gab es in den Missionen von Guarayos ein Schulsystem, das eine Geschlechtertrennung und eine Differenzierung nach Lerninhalten vorsah. Sowohl Mädchen als auch Jungen mussten ab dem siebten Lebensjahr bis zu ihrer Verheiratung (Heiratsalter Mädchen: zwischen 13 und 16 Jahren; Heiratsalter Jungen: zwischen 14 und 17 Jahren) die Schule besuchen. Die Mädchen verbrachten mehr oder weniger den ganzen Tag in der Schule mit Beten und Spinnen, die Jungen hingegen wurden am Vormittag und am Nachmittag jeweils für ca. eineinhalb Stunden in die christliche Doktrin, den Katechismus und ein bisschen in Rechnen unterwiesen. Die restliche Zeit verbrachten sie mit körperlichen Arbeiten. Einigen „begabteren“ Jungen und einigen wenigen Mädchen wurde zudem auf Guarayo und auf Spanisch Lesen und Schreiben beigebracht.
José Cardús bemühte sich sehr um eine bessere Unterweisung der Indígenas, allerdings ist nicht bekannt, in welcher Form er die Lehrmethode abänderte. Wahrscheinlich versuchte er, die Indígenas in den Unterricht mehr einzubinden, was später dazu führte, dass er entsprechende Lehrwerke (z.B. einen nach Fragen und Antworten aufgebauten Katechismus) erarbeitete.
In der Zeit von 1883 bis 1921 konnten im Schulbereich, aufbauend auf die Vorarbeit des Paters Cardús, weitere Veränderungen festgestellt werden. Diese betrafen vor allem, die Mädchenerziehung, die Einführung von „Elitenschulen“, den sog. „Escuelas superiores“ und den Castellano-Unterricht. Auch wurde der Bereich Musik stark gefördert. |