Im behandelten Zeitraum vollzogen sich sowohl auf der wirtschaftlichen als auch auf der politischen Ebene Veränderungen, die auch auf die Entwicklung der Missionen einwirkten. Auf der wirtschaftlichen Ebene wurden die Missionen von Guarayos in den „Gummi-Boom“ mit eingebunden. Dieser entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Departamentos Beni und Santa Cruz und dauerte bis 1912 an. In politischer Hinsicht war besonders ab der Regierungszeit der Liberalen (1899-1920) eine verstärkte Kontrolle sowie eine größere Abhängigkeit von politischen Funktionären spürbar.
Die Patres, die in den Missionen unter den Guarayos wirkten, arbeiteten nicht in direkter Form an einer Umsetzung der Empfehlungen des Paters Cardús. Mit ein Grund dafür war wahrscheinlich sein Austritt aus dem Franziskanerorden. Trotzdem gab es Bestrebungen, die in die von Cardús vorgegebene Richtung gingen. So konnte zumindest zeitweise auf der personellen Ebene erreicht werden, dass zwei Patres pro Mission eingesetzt wurden. Auch gab es mehrere Bemühungen, die Baumwollverarbeitung in den Missionen auszubauen. Diese scheiterten aber in erster Linie an der mangelnden Mechanisierung.
Im Bereich Schule ging die Entwicklung zum großen Teil in die Richtung, die von Cardús empfohlen wurde. Wenn auch nicht offen deklariert, wurden in der Erziehung der Mädchen und Jungen jene Kriterien berücksichtigt, die von Cardús vorgegeben worden waren. |